Kölns Trainer Kwasniok analysiert die kritische Lage beim Bundesligisten
Die Karnevalszeit ist vorbei, und beim FC Köln herrscht ernüchternde Realität. Trainer Lukas Kwasniok (44) steht vor einer dreifachen Herausforderung: Der Co-Trainer Hannes Dold (33) wurde entlassen, Top-Torjäger Said El Mala (19) zeigt sich frustriert über seine geringe Einsatzzeit, und die Abstiegsangst kehrt mit voller Wucht zurück. Vor dem wichtigen Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am Samstag um 15:30 Uhr spricht der Coach nun offen über diese brisanten Brennpunkte.
Der Rauswurf des Co-Trainers: Eine schwierige Entscheidung
Kwasniok äußert sich mit Bedauern zur Trennung von Hannes Dold, der vor allem für die Standardsituationen verantwortlich war. „Das tut mir menschlich sehr, sehr leid. Ich schätze Hannes außerordentlich“, erklärt der Trainer. „Doch im Profifußball gibt es Momente, in denen die Dinge nicht mehr optimal funktionieren und der Glaube an die gemeinsame Arbeit schwindet. In Bezug auf die Standards ist genau das passiert.“ Zusätzlich erwähnt Kwasniok, dass Dold kürzlich Vater geworden sei und daher in einigen Spielen nicht voll verfügbar war. „In dieser Phase haben wir die Aufgaben intern neu verteilt und mehr Klarheit geschaffen. Diese Lösung hat mich überzeugt, weshalb wir den Weg jetzt ohne Hannes fortsetzen“, so der Köln-Coach.
Said El Mala: Vom Hoffnungsträger zum Problemfall?
Besonders im Fokus steht der 40-Millionen-Euro-Mann Said El Mala. Der junge Stürmer kam zuletzt nur auf magere 22 Minuten Spielzeit, was für Unmut sorgt. Kwasniok betont jedoch das enorme Talent des Spielers: „Unabhängig davon, ob Said von Beginn an spielt oder nicht – wir haben einen außergewöhnlich begabten Fußballer in unseren Reihen. Unsere Aufgabe ist es, Spiele zu gewinnen und ihn gleichzeitig in seiner Entwicklung zu fördern.“ Der Trainer räumt ein, dass die Situation für El Mala schwieriger geworden sei, da sich die Gegner verstärkt auf ihn einstellen. „Der nächste Schritt wird sein, sein Können auch unter diesen erschwerten Bedingungen abzurufen. Wir begleiten ihn dabei intensiv und sind zuversichtlich, dass unser Weg der richtige ist. Said kann ein entscheidender Faktor für uns werden“, so Kwasniok.
Abstiegskampf und persönlicher Druck: Kwasniok bleibt gelassen
Mit nur sechs Punkten aus fünf Rückrundenspielen steht der FC Köln im tiefen Abstiegskampf. Kwasniok spricht offen über den zunehmenden Druck: „Mein Job ist es, Woche für Woche Spiele zu gewinnen. Daran werde ich gemessen. Druck gehört in dieser Phase einfach dazu.“ Der Trainer teilt die Saison gedanklich in drei Abschnitte und betont, dass man sich nun im entscheidenden letzten Drittel befinde. „Das ist die schönste, aber auch härteste Zeit für einen Trainer. Ich freue mich, mit dem FC in diese Phase gehen zu können, denn viele namhafte Kollegen erreichen sie gar nicht.“ Kwasniok zeigt sich optimistisch: „Ich habe mich von Anfang an darauf eingestellt, dass der Kampf bis zum 34. Spieltag dauern könnte. Unsere Ausgangslage ist nicht optimal, aber wir sind mittendrin und werden attackieren – bereits im Spiel gegen Hoffenheim.“
Die Situation beim FC Köln bleibt angespannt. Während die Fans mit Sorge auf die kommenden Spiele blicken, versucht Trainer Lukas Kwasniok, die verschiedenen Krisenherde unter Kontrolle zu bringen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob seine Strategie aufgeht und der Klassenerhalt gelingt.



