Matthäus sieht "keine Chance mehr für Neuer" im DFB-Team
Der Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat sich erneut zur Diskussion um ein mögliches Comeback von Manuel Neuer in der deutschen Fußballnationalmannschaft geäußert. In einem ausführlichen Interview mit RTL/ntv ordnete der 65-jährige Weltmeister von 1990 die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr des Torwarts mit einer "klaren Null" prozentual ein.
Zerschnittenes Tischtuch zwischen Neuer und Nagelsmann
Matthäus sprach von einem zerschnittenen Tischtuch zwischen Bundestrainer Julian Nagelsmann und dem Torhüter des FC Bayern München. "Es hat in München schon angefangen", erklärte der Experte. "Da hat Julian Nagelsmann Manuel Neuers Torwarttrainer entlassen, der auch sein bester Freund ist." Mit dieser Aussage bezog sich Matthäus auf Toni Tapalovic, dessen Entlassung beim FC Bayern nach Ansicht des Rekord-Nationalspielers den Beginn der Problematik markierte.
"Ich glaube, von da an hat es angefangen, dass die Geschichte kein Happy End finden wird", fügte Matthäus hinzu. "Deswegen sollte man das auch gar nicht mehr groß machen, weil es so ist, wie es ist." Der ehemalige Nationalspieler betonte, dass das Thema nicht weiter aufgebauscht werden sollte.
Leistung ist nicht das Problem
Interessanterweise geht es in diesem Fall laut Matthäus nicht um die sportliche Leistung des Torwarts. "Manuel hat es nicht nur am Dienstag in Madrid gezeigt, dass er nach wie vor einer der besten Torhüter der Welt ist", sagte Matthäus. "Er hat es auch in den letzten Wochen bei Bayern gezeigt."
Der 40-jährige Neuer hatte beim 2:1-Sieg des FC Bayern München in der Champions League bei Real Madrid am Dienstagabend mit zahlreichen Glanzparaden nicht nur die Königlichen entnervt, sondern für nationale und internationale Begeisterung gesorgt. Seine Leistungen beweisen eindeutig, dass er immer noch zur Weltspitze gehört.
Vertrauen in Oliver Baumann
Matthäus forderte, man solle Oliver Baumann das Vertrauen schenken, wenn sich Nagelsmann vor der WM im Sommer wie erwartet für den Hoffenheimer Keeper entscheidet. "Das ist Julian Nagelsmanns Job, die beste Elf zu finden, auch auf der Torwartposition", erklärte der Experte. "Auch wenn es schade ist, dass Manuel Neuer eben da nicht mehr zur Verfügung steht."
Der Rekord-Nationalspieler betonte die Wichtigkeit, den vom Bundestrainer ausgewählten Spielern volles Vertrauen entgegenzubringen, unabhängig von persönlichen Präferenzen oder vergangenen Kontroversen.
Neuer schließt Rückkehr kategorisch aus
Manuel Neuer selbst hatte bereits klargestellt, dass er eine Rückkehr in die Nationalelf kategorisch ausschließt. Diese Position des Torwarts unterstreicht die Aussagen von Matthäus und verdeutlicht, dass eine Versöhnung zwischen den Parteien unwahrscheinlich erscheint.
Erst am Wochenende hatte Sky-Experte Matthäus gesagt, dass das Tischtuch zwischen Neuer und seinem früheren Bayern-Coach Nagelsmann "so zerschnitten" sei, "das kann der beste Schneider nicht mehr zusammennähen". Diese bildhafte Sprache verdeutlicht die Tiefe der Differenzen zwischen den beiden Fußballpersönlichkeiten.
Die Diskussion um Manuel Neuers mögliche Rückkehr in die Nationalmannschaft scheint damit endgültig beendet zu sein, auch wenn seine sportlichen Leistungen nach wie vor herausragend sind. Die persönlichen Differenzen und vergangenen Konflikte überwiegen in diesem Fall die rein sportlichen Erwägungen.



