FC Bayern: Lothar Matthäus nimmt Stellung zur Torwart-Frage
Die Zukunft zwischen den Pfosten beim FC Bayern München bleibt auch für die kommende Saison ungewiss. Während Manuel Neuers Vertrag im Sommer ausläuft und der 40-jährige Torhüter über eine Karrierefortsetzung nachdenkt, steht mit Jonas Urbig bereits ein potenzieller Nachfolger bereit. Bayern-Legende Lothar Matthäus hat nun in einem ausführlichen Interview klare Worte zu dieser brisanten Personalie gefunden.
Matthäus: "Neuer sportlich noch top, aber der Kopf entscheidet"
Für Lothar Matthäus steht außer Frage, dass Manuel Neuer auf sportlicher Ebene noch ein weiteres Jahr auf höchstem Niveau spielen könnte. "Wenn Manuel Neuer sich entscheidet, noch ein Jahr dranzuhängen, braucht Bayern keinen weiteren Torhüter", betonte der Rekordnationalspieler in der Sport Bild. Allerdings weiß der ehemalige Bayern-Star aus eigener Erfahrung, dass in diesem Alter nicht nur die physische Verfassung eine Rolle spielt.
"Ich weiß aus meiner eigenen Karriere, was bei einem 40-Jährigen da mitspielt", erklärte Matthäus. "Bei mir hat der Kopf nicht mehr mitgemacht. Die Motivation hat mir gefehlt." Der 64-Jährige erinnerte sich daran, wie selbst die tägliche Fahrt zum Trainingsgelände zur Belastung wurde, was schließlich zu seinem Wechsel in die USA führte.
Urbig: Potenzial ja, aber noch nicht auf Kahn-Neuer-Niveau
Jonas Urbig, der als designierter Nachfolger Neuers gilt, besitzt aus Sicht von Matthäus durchaus das notwendige Potenzial für die Bayern-Nummer-1. "Urbig hat mit seinen Leistungen ja teilweise schon gezeigt, dass er das Zeug für eine zukünftige Bayern-Nummer-1 hat", so das Urteil des Experten.
Dennoch mahnt Matthäus zur Geduld: "Natürlich braucht ein junger Torhüter das Vertrauen und noch mehr Spiele. Denn von einer Stufe mit Oliver Kahn und Manuel Neuer ist Urbig schon noch weit entfernt."
Matthäus' klare Empfehlung für den Bayern-Vorstand
Sollte Manuel Neuer tatsächlich seine Karriere beenden, empfiehlt Lothar Matthäus dem FC Bayern eine kluge Transferstrategie. "Ich würde im Falle eines Neuer-Rücktritts als Nummer zwei noch einen erfahrenen Torhüter hinzuholen", erklärte der 64-Jährige. Seiner Meinung nach würde dies allen Beteiligten helfen: "Mit dem klaren Signal: Hier hat im Tor keiner einen Freifahrtschein! Hol noch einen, und die anderen haben automatisch ein bisschen Feuer unter dem Arsch."
Keine Rückkehr für Nübel und Peretz
Für die beiden verliehenen Bayern-Torhüter Alexander Nübel und Daniel Peretz sieht Matthäus keine Zukunft mehr beim Rekordmeister. Über Nübel sagte er: "Der kostete die Bayern einen Haufen Geld, wurde schon über fünf Jahre mitbezahlt. Ich würde sagen, für Nübel und für Bayern wäre der Verkauf jetzt der richtige Schritt."
Sein Urteil zu Peretz fiel noch deutlicher aus: "Mit Peretz ist es beim FC Bayern vorbei. Du hast ihm in der Vergangenheit in München nicht vertraut. In Hamburg hat er es auch nicht geschafft. Und da soll er auf einmal Champions League spielen? Bayern sollte ihn im Sommer verkaufen."
Die Torwart-Frage bleibt damit eines der spannendsten Themen in der Bayern-Planung für die kommende Saison. Während die Zukunft von Manuel Neuer weiter im Ungewissen schwebt, muss der Verein auch über den richtigen Umgang mit seinem Nachwuchstalent Jonas Urbig entscheiden - immer mit dem Wissen, dass Torhüter-Legenden wie Lothar Matthäus genau hinschauen.



