Nagelsmanns Rollen-Diktat: Warum der DFB den Bundestrainer entlassen sollte
Nagelsmanns Rollen-Diktat: DFB sollte Bundestrainer feuern

Nagelsmanns Rollen-Diktat: Warum der DFB den Bundestrainer entlassen sollte

Wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Rückgrat beweisen würde, müsste er Bundestrainer Julian Nagelsmann umgehend von seinen Aufgaben entbinden. Diese klare Forderung erhebt Robin Halle trotz des knappen 2:1-Erfolgs gegen Ghana. Ein bestimmter Begriff treibt den Kritiker dabei zur Weißglut: Rollengespräche.

Das neue Lieblingswort des Theorie-Weltmeisters

Nach Begriffen wie falscher Neun, Doppelsechs und Abkippen hat Nagelsmann nun ein weiteres Fachwort etabliert: Rollengespräche. Dieses Wort signalisiert jedem Fußballspieler und -fan deutlich: Ich, Julian Nagelsmann, weise jedem Akteur eine feste Rolle zu. Bezogen auf den 26-köpfigen WM-Kader bedeutet dies konkret: Es existiert eine erste Elf, die quasi gesetzt ist, dazu kommen elf Ersatzspieler mit ähnlichen Positionen und schließlich sogenannte Joker, die vielleicht zum Einsatz kommen.

Superstar, Bankdrücker oder Lückenfüller

Die dahinterstehende krude Idee ist einfach: Kein Spieler kann aufmucken, wenn er nicht in der Startelf steht, denn jeder kennt seine vorbestimmte Rolle. Diese lassen sich in drei Kategorien einteilen:

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  • Superstars – die gesetzten Stammspieler
  • Bankdrücker – die Ersatzspieler auf der Reservebank
  • Lückenfüller – die Spieler für spezielle Situationen

Gemäß diesem Rollenverständnis muss beispielsweise Lückenfüller Deniz Undav jetzt „die Klappe halten“. Dass er bester deutscher Stürmer der Bundesliga ist (18 Treffer in 23 Spielen), das Siegtor gegen Ghana erzielte und euphorisch gefeiert wurde, spielt in Nagelsmanns Logik keine Rolle. Lückenfüller haben schlichtweg nichts zu melden.

Verunglimpfung statt Anerkennung

Noch schlimmer: Spieler wie Undav müssen sich sogar öffentlich verunglimpfen lassen. Nagelsmann bemängelte nach dem 2:1 gegen Ghana, dass vom Stuttgart-Stürmer 45 Minuten lang nichts zu sehen war. Dass Undav das Spiel entschied, Kilometer auf dem Platz machte und bejubelt wurde, ist laut dieser Denkweise irrelevant. Die Devise lautet: Klappe halten!

So funktioniert Fußball jedoch nicht. In jeder Vereinsmannschaft weltweit gilt das einfache Prinzip: Form schlägt Klasse! Wer gut trainiert, steht im Kader. Wer gut spielt, bleibt in der Startelf. Es gilt das unumstößliche Leistungsprinzip!

Nationalmannschaft als Reha-Maßnahme?

Nagelsmann setzt dieses fundamentale Leistungsprinzip bewusst außer Kraft. Stattdessen setzt er auf brave Spieler, die aktuell in ihren Vereinen schwächeln. Beispiele hierfür sind Chancentod Nick Woltemade und Schönwetter-Kicker Leroy Sané. Doch die deutsche Nationalmannschaft ist keine Reha-Maßnahme für Problemfälle aus den Klubs. Die Fans haben ein berechtigtes Recht darauf, die besten und in Form befindlichen Spieler in der Startelf zu sehen. Ein Spieler wie Lennart Karl, der in Nagelsmanns verkopfter Rollen-Welt nur als Mitläufer gilt, wäre hierfür ein Paradebeispiel.

Prognose und Konsequenz

Die Prognose ist ernüchternd: Der DFB wird nicht den nötigen Mumm aufbringen, Nagelsmann vor der anstehenden Weltmeisterschaft zu entlassen. Eine solche Entscheidung wäre jedoch konsequent und notwendig. Wer zwei Monate vor einem großen Turnier bereits feste Rollen zuweist und das Leistungsprinzip ignoriert, hat die grundlegenden Mechanismen des Fußballs nicht verstanden. Die Nationalmannschaft verdient einen Trainer, der Leistung belohnt und nicht in starren Rollen denkt.

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