Eskalation im Nahen Osten: Droht dem Iran der Ausschluss von der WM 2026?
Naher Osten: Droht Iran der WM-Ausschluss 2026?

Eskalation im Nahen Osten: Droht dem Iran der Ausschluss von der WM 2026?

Nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten rückt in den USA die Frage eines möglichen Ausschlusses des Iran von der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Fokus. Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran könnten somit auch sportpolitische Konsequenzen nach sich ziehen. Wie die Fifa nach den ersten Raketenangriffen der USA und den Reaktionen des Iran am Wochenende mitteilte, will der Fußball-Weltverband die angespannte Situation vorerst zunächst nur beobachten.

Fifa hält sich bedeckt

Dies erklärte Fifa-Generalsekretär Mattias Grafstrom (45) auf der Jahreshauptversammlung des International Football Association Board in Cardiff. Er sagte am Samstag: „Ich habe die Nachrichten heute Morgen genauso gelesen wie Sie. Unsere oberste Priorität bleibt ein sicherer Ablauf der Weltmeisterschaft, bei der alle teilnehmenden Mannschaften vertreten sein werden.“ Weiter wollte sich der Schwede nicht zu dem schwelenden Konflikt äußern. Von einem offiziellen Ausschluss des Iran ist bei der Fifa also noch keine Rede, doch hinter den Kulissen werden die Szenarien bereits intensiv diskutiert.

Wer könnte den Iran von der WM ausschließen?

Der Fifa-Rat mit seinen 32 Mitgliedern, darunter DFB-Präsident Bernd Neuendorf (64), hat die Autorität, über einen solchen Schritt zu entscheiden. Zunächst könnte die Disziplinarkommission der Fifa beauftragt werden, den politischen Konflikt mit Blick auf eine WM-Teilnahme statutarisch zu bewerten. Anschließend könnte der Fifa-Rat über einen Ausschluss abstimmen.

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Die Rolle der USA

Theoretisch könnte auch US-Präsident Donald Trump (79) den Iran von der WM ausschließen, indem er der iranischen Mannschaft und dem kompletten Betreuerstab die Visa für die WM verweigert. Einreiseverbote gegen einige Funktionäre verhängte er bereits bei der Auslosung der WM-Gruppen im vergangenen Jahr, was für große Empörung bei der iranischen Delegation sorgte. Nach der Gewalt der iranischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten mit möglicherweise tausenden Todesopfern sprach Trump bereits davon, mit „sehr starken Maßnahmen“ reagieren zu wollen.

Allerdings birgt dies ein Problem: Sollte die Fifa die Teilnahme des Iran an der WM durchwinken, könnten den USA – falls sie die Mannschaft nicht ins Land lassen – wegen etwaiger politischer Einflussnahme selbst Sanktionen seitens der Fifa drohen.

Mögliche Ersatzteams

Der Iran war das erste Team, das sich neben den Gastgebern für die WM qualifiziert hatte. Das Team soll in einer Gruppe mit Belgien, Neuseeland und Ägypten spielen, und zwar in den USA. Sollte der Iran nicht antreten dürfen, wäre die Fifa vorbereitet. In den Statuten heißt es, dass für ein qualifiziertes Team ein „nominierter Ersatz“ teilnehmen würde. Das sind normalerweise Mannschaften aus der Qualifikation des jeweiligen Kontinentalverbandes, und zwar der in der Qualifikation nach dem Iran am besten platzierte. Mögliche Teams in Asien wären die Vereinigten Arabischen Emirate oder der Irak.

Die politischen Spannungen im Nahen Osten werfen somit einen langen Schatten auf die bevorstehende Weltmeisterschaft, und die Entscheidungen der kommenden Wochen werden mit Spannung erwartet.

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