Null Prozent Klassenerhalt: Überraschungs-Rechnung von Dynamos Vermeij
Die Erleichterung war riesig! Dynamo Dresden hat im Abstiegskampf der 2. Liga geliefert, der 1:0-Sieg gegen Kaiserslautern war extrem wichtig. Eingetütet wurde der hochverdiente Dreier von Top-Torjäger Vincent Vermeij (31), der nach dem Spiel eine überraschende Rechnung aufmachte.
Auf die Frage, zu wie viel Prozent Dynamo jetzt den Klassenerhalt in der Tasche hat, überlegte Vermeij kurz, sagte dann: „Ich liebe ja so ein bisschen Mathe. Aber am Ende sind es null Prozent! Klar ist die Chance für uns da. Aber für mich ist es entweder null oder hundert.“
Was der Stürmer damit meint: Die Rettung ist nah, aber rein rechnerisch ist der Aufsteiger eben noch nicht durch. „Ich will nicht, dass wieder das Gefühl wie vor dem Düsseldorf-Spiel aufkommt. Dass wir nach einer guten Serie durchatmen können. Es muss jetzt im Training genauso konzentriert weitergehen.“
Trainer Stamm unterstützt Vermeijs Ansatz
Volle Rückendeckung kriegt Vermeij in dieser Angelegenheit von seinem Trainer. „Da gehe ich komplett mit“, stellte Thomas Stamm klar. „Die Stimmung nach dem Bochum-Spiel war ja auch schon so, dass wir durch sind. Wir wissen, dass wir 38 Punkte haben. Aber wenn man es an Prozenten festmachen will, war das eine sehr intelligente Antwort von Vince.“
Die richtige Antwort lieferte die Holland-Latte zuvor schon auf dem Rasen. Bis zum goldenen Tor wurde Vermeij von seinen Mitspielern kaum in Szene gesetzt. Aber in diesem einen, entscheidenden Moment war er da – und schlug eiskalt zu. Genau das zeichnet einen Top-Stürmer aus.
Emotionale Achterbahn für den Torjäger
„Ich bin auch ein Mensch und habe Emotionen“, gab er Einblicke in sein Seelenleben. „Die eine Flanke von Jason Ceka in der ersten Halbzeit war nicht gut, die muss mit mehr Gefühl kommen. Da war ich auch richtig frustriert. Aber sich ärgern oder böse sein bringt nichts. Weiter geht’s. Manchmal ist das für einen Stürmer allerdings schwierig.“
Umso schöner, wenn Geduld und bedingungsloser Einsatz von ihm und dem gesamten Team dann doch noch belohnt werden – und gefühlt das Dach des mit 31.000 Zuschauern erneut ausverkauften Harbig-Stadions wegfliegt. „Die Stimmung war phantastisch. Vor dem Spiel träumt man von sowas. Das 1:0 ist für uns als Mannschaft wichtig. Und natürlich auch für mich als Stürmer schön.“
Trifft der Torjäger wieder zweistellig?
Inzwischen steht Vermeij bei neun Saisontoren – und das trotz seines verspäteten Einstiegs wegen einer hartnäckigen Gürtelrose im vergangenen Sommer. Entspricht das seinen Vorstellungen? „Ich habe keine konkrete Zahl im Kopf. Aber ich weiß, wie viele Tore ich bisher pro Saison gemacht habe. Egal, ob in der zweiten oder dritten Liga oder in den ersten beiden Ligen in Holland: Es war immer zweistellig. Von daher bin ich zufrieden. Hauptsache, die Tore sind wichtig.“
So wie eben gegen Lautern. Und zwei Spiele bleiben ja noch für den zehnten Treffer. „Ich hoffe, dass es klappt, gebe alles dafür. Wenn wir so weitermachen, kommt die Chance noch. Das weiß ich.“ Dann ist auch der Klassenerhalt für Dynamo Dresden bald zu hundert Prozent im Sack!



