Einzigartiges Poker-Drama in Prag: Shaun Deebs brutales Final-Schicksal
Die World Series of Poker Europe in Prag hat ein Poker-Kapitel geschrieben, das in die Geschichte des Spiels eingehen wird. Der amerikanische Profi Shaun Deeb erlebte dort ein Schicksal, das selbst erfahrene Zocker sprachlos macht.
Doppelte Final-Niederlage durch statistische Ausreißer
Der 40-jährige Amerikaner, der bereits acht Gold-Armbänder der WSOP gewonnen hat und zweimal Player of the Year war, schaffte es bei zwei verschiedenen Events bis ins Heads-up – also das Finale zwischen den letzten beiden Spielern. Doch was dann geschah, übertrifft selbst die wildesten Poker-Träume.
Am 1. April stand Deeb im 3.300 Euro PLO-Mixed-Event gegen den deutschen Zocker Frank Koopmann. Als klarer Favorit ging der Top-Star ins Finale, doch das Blatt wendete sich auf brutale Weise. Mit einem King-High-Flush ging Deeb in die entscheidende Hand, nur um von einem Vierling besiegt zu werden. Eine Wahrscheinlichkeit von unter einem Prozent wurde hier zur bitteren Realität.
Das Unglaubliche wiederholt sich nur vier Tage später
Kaum hatte sich Deeb von dieser Niederlage erholt, schaffte er es im 565 Euro Colossus-Turnier erneut ins Heads-up. Diesmal war der Franzose Gilles Silbernagel sein Gegner. Wieder war Deeb der statistisch stärkere Spieler, doch im Poker zählt bekanntlich nicht nur die Statistik.
In der entscheidenden Hand zeigte das Board die Karten 6, 6, 6, 10 und Dame. Deeb hatte mit der Dame ein Full-House – normalerweise eine nahezu sichere Gewinnhand. Doch eine böse Vorahnung beschlich ihn. Während er überlegte, murmelte er bereits: „Verliere ich mein zweites Bracelet gegen einen Vierling?!“
Trotz seiner Bedenken ging Deeb mit, da er nicht mehr viele Chips hatte. Die böse Ahnung bestätigte sich: Sein Gegner zeigte tatsächlich einen Sechser-Vierling. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis lag bei nur 0,24 Prozent. Doch dass ein Spieler dieses Schicksal gleich zweimal innerhalb weniger Tage im Kampf um ein Gold-Armband erlebt, ist noch deutlich unwahrscheinlicher.
Kleine Entschädigung für das Poker-Drama
Trotz dieser doppelten Final-Niederlage konnte Deeb immerhin 110.000 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen. Zudem wird er in der Player-of-the-Year-Wertung, die er bereits zweimal gewinnen konnte, weiterhin vorne liegen. Diese Leistung zeigt, dass trotz der brutalen Niederlagen seine Spielstärke unbestritten bleibt.
Experten sind sich einig: Ein derartiges Poker-Schicksal wie das von Shaun Deeb in Prag ist in der langen Geschichte der World Series of Poker wahrscheinlich einzigartig. Zwei Final-Niederlagen durch extrem unwahrscheinliche Vierlinge innerhalb weniger Tage – das ist eine Geschichte, die noch lange in Poker-Kreisen erzählt werden wird.



