Schalke trotzt Dzeko-Debatte: Mulder kontert Vorwürfe der Einzelspieler-Abhängigkeit
In Gelsenkirchen brodelt eine sportliche Debatte, die den Aufstiegskampf von Schalke 04 begleitet. Seit der Verpflichtung des bosnischen Stürmers Edin Dzeko (39) scheint sich die gesamte Aufmerksamkeit auf den erfahrenen Angreifer zu konzentrieren. Doch Sportdirektor Youri Mulder (56) wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf, die Mannschaft von Cheftrainer Miron Muslic (43) sei zu stark von ihrem Star abhängig.
Mulder: "Wir standen auch ohne ihn oben"
Der ehemalige Profi, der im Verein als "Eurofighter" bekannt ist, äußert sich deutlich zu den anhaltenden Diskussionen: "Ich finde, dass da ein bisschen übertrieben wird. Wir standen auch ohne ihn oben." Tatsächlich holte sich Schalke die Herbstmeisterschaft in der 2. Bundesliga ohne die Dienste des Neuzugangs. Diese Leistung basierte vor allem auf einer überragenden Defensive, die mit nur zehn Gegentoren beeindruckte, während der Angriff mit lediglich 22 Treffern sogar Negativrekorde aufstellte.
Die unbestreitbaren Zahlen: Dzekos immense Bedeutung
Dennoch sprechen die Statistiken seit Dzekos Ankunft eine klare Sprache. In sieben Einsätzen erzielte der Bosnier 13 Tore und war an insgesamt acht Treffern direkt beteiligt. Besonders eindrucksvoll war sein Beitrag beim 2:2 gegen Kaiserslautern, wo er die Aufholjagd nach einem 0:2-Rückstand einleitete. In der Partie gegen Dresden zeigte sich jedoch auch die Kehrseite: Nach Dzekos Auswechslung, obwohl er zuvor einen Doppelpack erzielt hatte, verspielte Schalke eine 2:0-Führung.
Noch deutlicher wird die Abhängigkeit bei genauerer Betrachtung: In den beiden Spielen, in denen Dzeko an keinem Tor beteiligt war (gegen Bochum und Fürth), holte der Traditionsverein nur einen einzigen Punkt. Eine besonders kuriose Statistik unterstreicht seine Bedeutung: Zieht man alle Tore ab, an denen der Stürmer beteiligt war, hätte Schalke in der gesamten Rückrunde keinen einzigen Sieg errungen.
Die aktuelle Situation: Verletzungssorgen vor Hannover-Spiel
Vor dem wichtigen Aufstiegsduell am Sonntag gegen Hannover (13:30 Uhr, Sky) bereitet eine Rückenverletzung des Bosniers Sorgen. Mögliche Ersatzspieler wie Moussa Sylla (26) oder Christian Gomis (25) befinden sich derzeit nicht in Topform, was Cheftrainer Muslic vor taktische Herausforderungen stellt. Besonders für das Offensiv-Trio um Standard-Experte Adil Aouchiche (23, 3 Vorlagen) fehlt ohne Dzeko der zentrale Zielspieler.
Mulder betont jedoch die Ambitionen des erfahrenen Stürmers: "Er ist ambitioniert, gibt richtig Gas, denn er möchte mit Schalke etwas schaffen." Ein Sieg gegen Hannover würde den Aufstiegskurs weiter festigen und einen direkten Konkurrenten auf Distanz halten. Die Spannung vor diesem entscheidenden Spiel ist entsprechend groß, während die Diskussion um Dzekos Rolle im Team weiterhin die Gemüter bewegt.



