Martin Schindler im Interview: Mentale Baustellen und Hoffnung beim German Darts Grand Prix
Schindler: Mentale Baustellen beim German Darts Grand Prix

Martin Schindler analysiert mentale Herausforderungen beim German Darts Grand Prix

Martin Schindler hat sich am Finaltag des German Darts Grand Prix in München für das Achtelfinale qualifiziert. Der 29-jährige deutsche Dartspieler setzte sich am Sonntagabend in einem hart umkämpften Match mit 6:4 gegen Brendan Dolan durch und zeigte dabei deutliche Erleichterung nach seinem Sieg. Im exklusiven Interview spricht Schindler offen über mentale Baustellen, die Bedeutung von Unterstützung aus dem privaten Umfeld und die beeindruckende Leistung seines langjährigen Weggefährten Marcel Hausotter.

Erleichterung nach hartem Kampf und mentale Herausforderungen

„Ja! Ich hatte eigentlich beim Einspielen ein gutes Gefühl“, erklärt Schindler auf die Frage nach seiner sichtbaren Erleichterung nach dem Sieg. „Aber dann steht man auf der Bühne und merkt nicht mehr so viel davon.“ Der Profi beschreibt, wie ihm während des Spiels immer wieder sogenannte „lazy darts“ unterlaufen – also Würfe, die gefühlt gut geworfen sind, aber nicht die gewünschte Präzision erreichen. „Bei mir ist es eigentlich der Kopf“, analysiert Schindler selbstkritisch. „Die Konzentration ist nicht zu einhundert Prozent da, das merkt man.“

Besonders bemerkenswert ist Schindlers Ehrlichkeit bezüglich seiner aktuellen Form: „Ich spiele kein gutes Jahr, das ist mir auch absolut bewusst.“ Trotzdem betont der Neuntgesetzte des Turniers seinen Kampfgeist: „Ich kämpfe weiter, ich gebe weiter Vollgas und versuche, das ganze Ding noch in die richtige Richtung zu lenken.“ Mit seinem Einzug ins Achtelfinale hat Schindler bereits das zweite Mal in diesem Jahr die dritte Runde eines European-Tour-Turniers erreicht – eine Leistung, die er dank seiner konstanten Ergebnisse der vergangenen Jahre ermöglicht hat.

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Unterstützung von alten Weggefährten und deutsche Überraschung

Eine besondere Motivation für Schindler war die Anwesenheit von Marcel Hausotter und weiteren Bekannten aus Berlin. „Das sind Leute, die kenne ich noch vom Darts, wo ich kein Martin Schindler war“, erinnert sich der Profi emotional. „Da war ich einfach ein kleiner Junge, der dazu kam, geworfen hat und gar nicht so schlecht war.“ Diese Verbindung zu seinen Anfängen gibt ihm nach eigener Aussage Kraft und erinnert ihn daran, welchen weiten Weg er bereits zurückgelegt hat.

Besonders beeindruckt zeigt sich Schindler von der Leistung Hausotters, der in der ersten Runde mit einem Sieg gegen Dart-Legende Raymond van Barneveld für Aufsehen sorgte. „Sehr, sehr gut“, lobt Schindler seinen Kollegen. „Wir Profis spielen auf der Bühne 20, 25 Mal im Jahr. Das war erst das dritte Mal, dass er auf der European Tour gespielt hat, und er hat jetzt seinen ersten Sieg.“ Schindler betont, dass Hausotter sein Können nun auch vor großem Publikum unter Beweis gestellt habe – eine Leistung, die besonderen Respekt verdiene.

Walk-on-Song als Verbindung zum Publikum

Ein weiteres Thema im Interview ist Schindlers neuer Walk-on-Song „In the End“ von Linkin Park. Nach monatelangem Experimentieren mit verschiedenen Songs hat der begeisterte Linkin-Park-Fan mit diesem Titel endlich einen Treffer gelandet. „Ich finde es wirklich klasse, dass ‚In the End‘ – egal in welchem Land wir bisher waren – super angekommen ist“, freut sich Schindler. Die positive Reaktion der Fans in verschiedenen Ländern bestätigt seine Wahl und schafft eine besondere Verbindung zwischen Spieler und Publikum.

Am Ostermontag trifft Martin Schindler im Achtelfinale auf Nathan Aspinall. Trotz seiner selbstkritischen Analyse und der benannten mentalen Herausforderungen bleibt der deutsche Hoffnungsträger optimistisch. „Jede Woche ist eine neue Woche und man muss jedes Mal aufs Neue Gas geben“, lautet sein Motto. Mit der Unterstützung alter Weggefährten, einem publikumswirksamen Walk-on-Song und dem Willen, seine mentale Stärke zu verbessern, will Schindler beim German Darts Grand Prix in München noch möglichst weit kommen.

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