Senegal zieht vor höchstes Sportgericht: Kampf um den Afrika-Cup-Titel geht weiter
Das kontroverse Finale des Afrika-Cups zwischen Senegal und Marokko entwickelt sich zu einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung. Nachdem der Senegal Mitte Januar den Titel mit einem 1:0-Sieg in der Verlängerung errungen hatte, legte Gastgeber Marokko erfolgreich Protest gegen die Spielwertung ein. Nun hat der Senegal den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gebracht, um die ursprüngliche Entscheidung des afrikanischen Fußballverbandes (CAF) anzufechten und den begehrten Pokal zurückzuholen.
Der Skandal im Finale: Was genau ist passiert?
Das Afrika-Cup-Finale im Januar geriet in den Schlussminuten völlig außer Kontrolle. Zunächst monierte die senegalesische Mannschaft die Aberkennung eines regulären Tores, nur wenige Minuten später sprach der Schiedsrichter Marokko einen höchst umstrittenen Elfmeter zu. Daraufhin verließen Teile der senegalesischen Mannschaft aus Protest das Spielfeld und weigerten sich zunächst, das Spiel fortzusetzen.
Erst Kapitän Sadio Mané, der ehemalige Bayern München-Profi, konnte seine Teamkollegen zurück auf den Rasen holen. Das Spiel wurde schließlich fortgesetzt, wobei Marokkos Brahim Díaz den fälligen Strafstoß verschoss. In der Verlängerung erzielte dann Pape Gueye den entscheidenden Treffer für den Senegal, der damit zunächst den Titel gewann.
Marokkos erfolgreicher Protest und die aktuelle Entwicklung
Marokko legte umgehend Protest gegen die Spielwertung ein, und das Berufungsgericht des afrikanischen Fußballverbandes gab diesem Protest vergangene Woche statt. Das Gericht wertete die Partie mit 3:0 für den Gastgeber, mit der Begründung, dass der Senegal durch das Verlassen des Spielfelds die Partie aufgegeben habe. Dieses Urteil vom 17. März veranlasste den Senegal dazu, weitere juristische Schritte einzuleiten.
Am Mittwochabend bestätigte der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne den Eingang der senegalesischen Berufung. Die senegalesische Delegation zielt darauf ab, die Entscheidung des afrikanischen Verbands vollständig aufzuheben und den Titel rechtmäßig zurückzuerhalten. Damit wird der Fall nun durch die höchste sportrechtliche Instanz neu bewertet.
Wann fällt die endgültige Entscheidung?
Bis zu einer abschließenden Entscheidung könnte es jedoch noch einige Zeit dauern. In einer offiziellen Pressemitteilung des CAS heißt es deutlich: „Es ist nicht möglich, einen Verfahrenszeitplan abzusehen und anzugeben, wann eine Anhörung angesetzt wird.“ Die komplexe juristische Bewertung des Falls erfordert sorgfältige Prüfung aller Umstände des umstrittenen Finales.
Die internationale Fußballgemeinschaft verfolgt die Entwicklung mit Spannung, da dieser Fall Präzedenzcharakter für ähnliche Situationen im internationalen Sport haben könnte. Die Entscheidung des CAS wird nicht nur über den Afrika-Cup-Sieger entscheiden, sondern auch klären, wie mit Spielunterbrechungen und Protesten in hochkarätigen Turnieren umgegangen werden soll.



