St. Paulis Joker-Problem: Einwechslungen bringen zu wenig Offensivkraft
St. Pauli: Bank-Problem bremst Offensive aus

St. Paulis Joker-Problem: Einwechslungen bringen zu wenig Offensivkraft

Energie ins Spiel bringen – das ist das erklärte Ziel von Trainer Alexander Blessin (52), wenn er beim FC St. Pauli während eines Bundesliga-Spiels frische Kräfte von der Bank schickt. Doch beim 1:1 bei Union Berlin blieb die Wirkung der Einwechslungen von Andréas Hountondji (60. Minute), Connor Metcalfe (73.) und Abdoulie Ceesay (89.) überschaubar. Die Fans haben schon länger den Eindruck: Von der Auswechselbank kommt zu wenig Schwung.

Defensiv stabil, offensiv Luft nach oben

Defensiv gibt es bei den Kiez-Kickern keine nennenswerten Probleme. Fällt hinten während des Spiels ein Spieler aus, kann meist eins zu eins ersetzt werden. Viel wichtiger ist es jedoch, gerade bei Rückständen noch einmal offensiv einen drauflegen zu können. Und genau da hapert es bei St. Pauli erheblich. Die Einwechslungen verpuffen oft, ohne die nötige Durchschlagskraft zu entfalten.

Magerbilanz im Vergleich zur Konkurrenz

Alexander Blessin nahm in dieser Saison bisher 107 Einwechslungen vor. Als offensiver Ertrag sprangen dabei lediglich drei Treffer und insgesamt sieben Torbeteiligungen von den Einwechselspielern heraus. Nur RB Leipzig weist mit drei Treffern und fünf Torbeteiligungen bei 131 Wechseln eine noch schlechtere Bilanz auf. Der FC Bayern München liegt mit 129 Wechseln, 14 Toren und 29 Beteiligungen klar an der Spitze. Selbst beim Tabellenschlusslicht Heidenheim (139 Wechsel, 10 Tore, 16 Beteiligungen) kommt deutlich mehr Schwung von der Bank als beim Hamburger Traditionsklub.

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Verletzungspech trifft erfolgreichsten Joker

Das Bank-Problem wird durch Verletzungspech verstärkt. Mit Ricky-Jade Jones (23), der sich einen Syndesmosebandriss zuzog, fällt der erfolgreichste Joker der Saison aus. Der Engländer erzielte zwei Treffer bei seinen fünf Einwechslungen. Das dritte Joker-Tor geht auf das Konto von Martijn Kaars, der beim 1:1 gegen Leipzig Ende Januar einen Elfmeter herausholte und selbst verwandelte. Die weiteren drei Scorer-Punkte als Joker sammelten Manolis Saliakas, Danel Sinani und Abdoulie Ceesay.

Sechs Spiele zur Verbesserung

Noch bleiben sechs Spiele, um die maue Joker-Statistik aufzupolieren und damit einen wichtigen Faktor im Abstiegskampf zu verbessern. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Samstag um 18:30 Uhr im Kracher gegen den FC Bayern München. Ein Erfolg gegen den Rekordmeister könnte nicht nur punkte-, sondern auch psychologisch wertvoll sein.

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