St. Paulis Adam Dzwigala: Der unverzichtbare Notnagel in der Bundesliga-Abwehr
Beim FC St. Pauli gilt eine einfache, aber effektive Notfallregel: In der Abwehr immer Adam! Fällt in der Dreierkette ein Spieler aus, kann sich Trainer Alexander Blessin (52) bedingungslos auf Adam Dzwigala (30) verlassen. Der polnische Innenverteidiger liefert ohne große Anlaufzeit stets solide Leistungen ab und hat sich damit zum wichtigsten Notnagel der gesamten Bundesliga entwickelt.
Abwehrdecke bei St. Pauli aktuell besonders dünn
Die Situation in der Defensive des Kiez-Klubs ist derzeit angespannt. Eric Smith (29) kehrte verletzt von der schwedischen Nationalmannschaft zurück und fällt vorerst aus. Tomoya Ando (27) reiste aufgrund von Adduktorenproblemen erst gar nicht zu den Tests der japanischen Auswahl und absolvierte am Dienstag lediglich Lauftraining. Fehlen beide Spieler, kehrt links Karol Mets (32) nach überstandenen Wadenproblemen in die Kette zurück, während Dzwigala auf der rechten Seite einspringt.
Sein Wert für St. Pauli lässt sich nicht in Euro bemessen, auch wenn sein Marktwert kürzlich um 300.000 Euro auf ein Karrierehoch von 900.000 Euro gestiegen ist. Was Dzwigala auszeichnet, ist seine absolute Bereitschaft: „Ich gebe in jedem Training 100 Prozent. Nur so kann ich diese Leistung auch in den Spielen abrufen.“ Diese Einstellung begleitet ihn seit seiner Kindheit, wie er erklärt: „Das ist mir beigebracht worden. Mein Vater war ebenfalls Profi.“ Sein Vater Dariusz Dzwigala (57) bestritt als zentraler Mittelfeldspieler 258 Partien in Polens erster Liga.
Professionelle Einstellung und Teamgeist als Erfolgsgeheimnis
„Ich liebe es, Fußball zu spielen. Ich bin sehr glücklich, dass dies mein Beruf ist. Deshalb freue ich mich auf jedes Training. Ich muss mich zu nichts zwingen. Es ist einfacher, 100 Prozent zu geben, wenn man das macht, was man wirklich gerne macht“, beschreibt Adam Dzwigala seine Motivation. Hinzu kommt seine bemerkenswerte Verletzungsresistenz, auch wenn er betont: „Ich bin aber kein Roboter.“ In seinen Bundesliga-Jahren gab es lediglich geringe Ausfallzeiten aufgrund von Leisten- oder Bauchmuskelproblemen.
Für Trainer Alexander Blessin und den Teamspirit bei St. Pauli ist jedoch noch ein anderer Aspekt entscheidend: Dzwigala macht keinen Aufstand, wenn er wieder auf die Bank zurück muss. „Dort zu sitzen, ist kein schönes Gefühl“, räumt er ein, „man muss damit umgehen können.“ Und er macht den Fans noch Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr von Eric Smith im Abstiegskampf: „Es ist nicht so schlimm, er wird sehr bald zurück sein.“
In der aktuellen Saison kommt Adam Dzwigala bereits auf zwölf Startelf-Einsätze und beweist damit seine Zuverlässigkeit. Am kommenden Sonntag bei Union Berlin könnte der Pole erneut eine wichtige Rolle in der Defensive des FC St. Pauli übernehmen.



