Anton Stach: Seine starken Zahlen bei Leeds sprechen gegen Nagelsmanns Kritik
Stachs starke Zahlen bei Leeds sprechen gegen Nagelsmann

Anton Stach: Die Zahlen des Leeds-Profis widersprechen Nagelsmanns Einschätzung

Anton Stach absolviert in dieser Saison eine beeindruckende Premier-League-Spielzeit bei Leeds United. Trotz seiner starken Leistungen scheint ein baldiges Comeback im DFB-Team unter Bundestrainer Julian Nagelsmann unwahrscheinlich. Die öffentlichen Forderungen nach einer WM-Nominierung des Mittelfeldspielers werden jedoch immer lauter.

Stach etabliert sich als Stammkraft in England

In seiner ersten Premier-League-Saison hat sich der 27-Jährige sofort als Stammspieler bei Leeds United etabliert. Nach 23 Ligaspielen kann der gebürtige Niedersachse vier Tore und drei Vorlagen vorweisen. Diese Leistungen lassen viele Experten und Fans über eine Nominierung für die anstehende Weltmeisterschaft spekulieren.

Julian Nagelsmann äußerte sich jedoch zurückhaltend über den Mittelfeldspieler: „Er macht es dort gut, ist aber auch nicht enorm kopfballstark und auch nicht der Top-Zweikämpfer, sondern ebenfalls einer, der gerne das Spiel vor sich hat“, analysierte der Bundestrainer im Gespräch mit dem kicker.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Statistiken erzählen eine andere Geschichte

Die Daten des Datendienstleisters Opta zeichnen ein deutlich anderes Bild von Stachs Fähigkeiten. In der aktuellen Premier-League-Saison hat der Mittelfeldspieler beeindruckende 62,3 Prozent seiner Kopfballduelle gewonnen. Damit belegt er unter den deutschen Kandidaten für das defensive Mittelfeld den zweiten Platz in dieser Kategorie, nur knapp hinter Robert Andrich mit 63,6 Prozent.

Bei der allgemeinen Zweikampfquote liegt Stach mit knapp 52 Prozent gewonnener Duelle im soliden Mittelfeld. Besonders hervorzuheben sind seine defensiven Qualitäten: Mit durchschnittlich 2,3 Tacklings pro Spiel und den meisten Ballgewinnen im Angriffsdrittel (0,91 pro 90 Minuten) beweist der Leeds-Profis eine bemerkenswerte Zweikampfstärke.

Goretzka als Nagelsmanns Favorit trotz schwächerer Zahlen

Statt auf Stach setzt Nagelsmann offenbar weiter auf Leon Goretzka. Der Bundestrainer lobte insbesondere die Kopfballstärke des Bayern-Stars und verwies auf dessen Leistung im WM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland. In der Nationalmannschaft ist Goretzka tatsächlich ein Luftkampf-Spezialist mit über 70 Prozent gewonnener Kopfballduelle im DFB-Trikot.

In der Bundesliga zeigen sich jedoch deutlich schwächere Werte: Goretzka gewinnt lediglich 38,1 Prozent seiner Kopfballduelle – deutlich weniger als Stachs 62,3 Prozent in der physisch anspruchsvollen Premier League. Dies ist der niedrigste Wert des Bochumers seit fünf Jahren.

Lob von Leeds-Trainer Farke und Sky-Experten

Leeds-Trainer Daniel Farke widersprach indirekt Nagelsmanns Einschätzung: „Er ist ein Schlüsselspieler für uns. Er vereint perfekte Balance zwischen defensiven Fähigkeiten, Physis und der Fähigkeit, uns defensiv Stabilität zu geben, und kann zugleich unser Offensivspiel inspirieren“, schwärmte der ehemalige Bundesliga-Trainer.

Eine weitere Stärke Stachs ist seine Standardstärke. Mit drei direkten Freistoßtoren teilt er sich in der Premier League die Führung in dieser Kategorie mit Dominik Szoboszlai. Nach einem weiteren Freistoßtor gegen Aston Villa kommentierte Sky-Experte Joachim Hebel enthusiastisch: „Lieber Bundestrainer, Anton Stach ist einer für die Weltmeisterschafts-Mannschaft – und zwar so was von.“

Persönliche Differenzen und Kommunikationsprobleme

Neben den sportlichen Aspekten scheinen auch persönliche Differenzen zwischen Stach und Nagelsmann zu bestehen. Der Mittelfeldspieler kritisierte im vergangenen Oktober die Kommunikation des Bundestrainers: „Kommunikation gab es bis jetzt noch nicht, das fand ich auch ein bisschen schade“, erklärte Stach bei Sky.

Ein weiterer Nachteil für Stach ist seine fehlende Erfahrung unter Nagelsmann. Seine beiden bisherigen Kurzeinsätze im DFB-Trikot absolvierte er noch unter Vorgänger Hansi Flick vor fast vier Jahren. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Aleksandar Pavlovic, Felix Nmecha oder Angelo Stiller konnte sich der Leeds-Profi beim aktuellen Bundestrainer noch nicht präsentieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Trotz der beeindruckenden Statistiken, des Lobes von Trainer Farke und der Empfehlungen von Experten scheint Anton Stachs Weg zurück ins DFB-Teak derzeit blockiert. Die Diskrepanz zwischen seinen messbaren Leistungen bei Leeds United und Nagelsmanns Einschätzung bleibt auffällig und wirft Fragen über die Kaderplanung für die anstehende Weltmeisterschaft auf.