Der Riera-Knall bei Eintracht Frankfurt schlägt weiter hohe Wellen. Nach dem Europa-K.o. und dem Fan-Spott („Nada de Gracias, Alberto“) meldet sich nun BVB-Legende Neven Subotic (37) zu Wort. Im „Sport1-Doppelpass“ rechnet der Ex-Dortmunder schonungslos mit dem ehemaligen Eintracht-Coach Albert Riera (44) ab.
Auslöser der Kritik
Auslöser waren Aussagen, die Riera nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Stuttgart auf der Pressekonferenz getroffen hatte. Damals sagte er: „Ich akzeptiere das. Aber ein Verein besteht nicht aus einer einzelnen Person. Jetzt haben wir viele Monate über einen Trainer gesprochen. Die wichtigsten Akteure sind die Spieler, sie müssen bessere Leistungen bringen.“ Genau diese Aussage sieht Subotic als schweren Fehler an.
Subotics Analyse
Der 37-Jährige erklärte am Sonntagvormittag im TV: „Wenn du als Trainer sagst: ‚Ich akzeptiere die Kritik, aber die Spieler sind schuld‘, dann hast du schon so eine Distanz geschaffen, das kriegst du nicht mehr aufgeholt.“ Subotic zog sogar eine Parallele zu einem eigenen Erlebnis aus seiner Nationalmannschaftskarriere. Er schilderte: „Da kommt der Trainer am ersten Tag hin und sagt: ‚Wir machen jetzt meine Strategie. Ihr setzt euch voll dafür ein. Das ist mein Versprechen. Und wenn’s nicht läuft, übernehme ich Verantwortung. Und wenn’s läuft, pack’ ich euch in den Vordergrund.‘“
Der frühere BVB-Star betonte: „Und natürlich als Spieler denkt man sich: Oh, gut, Schutz. Wir reden ja auch über Sicherheiten. Man will Sicherheit als Spieler.“ Doch genau dieses Vertrauen könne schnell zerstört werden. Subotic weiter: „Dann kam der erste Fehler von einem Co-Kapitän, der bei einem sehr großen Verein gespielt hat. Und im Interview danach hat der Trainer gesagt: ‚Ja, wir haben verloren, der hat den Fehler gemacht. Der bekommt jetzt eine andere Rückennummer.‘“
Das Kind ist in den Brunnen gefallen
Die Folge laut Subotic: „Eigentlich haben wir da schon den Bock geschossen. Das heißt, wenn man Fehler macht, ist man sofort raus und man ist sofort ein Schuldiger.“ Besonders deutlich wird Subotic am Ende seiner Analyse. Mit Blick auf Riera sagte er: „So kann man nicht mit einer Mannschaft umgehen, so kann man auch nicht mit Menschen umgehen.“ Und weiter: „Das Kind ist schon weit in den Brunnen gefallen, deshalb kann er allen einen Gefallen tun und gehen.“
Nur wenige Stunden später zog Eintracht Frankfurt tatsächlich die Konsequenzen und gab die einvernehmliche Trennung von Riera bekannt. Nach nur 104 Tagen endete eines der größten Trainer-Missverständnisse der Klub-Geschichte.



