Der israelische Sänger Noam Bettan hat sich nach seiner Rückkehr aus Wien erfreut über seinen zweiten Platz beim Eurovision Song Contest geäußert. „Ich weiß, wie schwierig es war, in diesem Jahr am ESC teilzunehmen und wie viele Herausforderungen damit verbunden waren, aber es ist passiert – und es ist auf die bestmögliche Weise passiert, die ich mir hätte wünschen können“, sagte er am Sonntag nach seiner Landung auf dem internationalen Flughafen bei Tel Aviv vor Journalisten.
Politische Spannungen und Boykotte
Mehrere Länder hatten den ESC boykottiert, darunter Spanien, die Niederlande, Irland, Slowenien und Island. Sie verurteilen das Vorgehen Israels im Gazastreifen. Der Gaza-Krieg wurde durch ein Massaker der islamistischen Hamas und anderer Terroristen in Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst.
Während Bettans Auftritt blieben Störaktionen aus, anders als befürchtet. Allerdings mischten sich bei der Punktevergabe für seinen dreisprachigen Song „Michelle“ sowie beim Public Viewing vor dem Wiener Burgtheater lautstarke Rufe in die Kulisse. Die Polizei nahm nahe der Veranstaltungshalle 14 propalästinensische Aktivisten fest, unter anderem wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot.
Starkes Televoting-Ergebnis für Israel
Israel erhielt erneut viele Punkte vom Publikum. Aus einem achten Platz bei den Jurys wurde der zweite Platz im Gesamt-Ranking. Zeitweise war sogar der Sieg greifbar.
„Hätten wir gewonnen, hätte das den ESC gesprengt“, sagte ein israelisches Delegationsmitglied dem Nachrichtenportal „ynet“. „Der zweite Platz ist ein Sieg für uns.“ Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, lobte Bettans zweiten Platz als „deutliches Signal an all jene, die Israel von der ESC-Bühne drängen wollten“. Er sagte: „Nach massiven Boykottkampagnen, dem Rückzug mehrerer Länder und antiisraelischer Hetze rund um Israels Teilnahme haben europäische Jurys und Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer gezeigt: Israel gehört zum ESC.“



