Elementarteilchen: Ein Schuss aus der Laserkanone – und die Drohne stürzt zu Boden. Von Marco Evers. Drohnenabwehr in Deutschland, Geheimnisse aus dem Mittelalter-Klo und rätselhafte Hinterlassenschaften des ersten Atombombentests: Die Lese-Empfehlungen der Woche aus der Wissenschaftsredaktion des SPIEGEL. 16.05.2026, 10.12 Uhr.
Die wachsende Bedrohung durch Drohnen
Sie sind klein, flink und billig – und sie werden zu einer wachsenden Gefahr, auch für Deutschland. Drohnen entwickeln sich derzeit zu einer der wichtigsten Kriegswaffen. Die Ukraine setzt sie erfolgreich gegen die russische Invasion ein. Der Iran zeigt, dass selbst ein waffentechnisch überlegener Gegner wie die USA dramatische Schwächen in der Abwehr unbemannter, bewaffneter Flugmaschinen hat.
Die Verteidigung gegen Drohnen wird für jedes Land künftig essenziell sein. Es geht nicht nur um die Abschreckung feindlicher Armeen, sondern auch um die Vereitelung von Terrorakten und Sabotageversuchen. Ob über Fußballstadien, Flughäfen, Kraftwerken oder anderen Einrichtungen der kritischen Infrastruktur – der Luftraum muss sicher sein. Aber ist das überhaupt machbar? Laut Bundeskriminalamt gab es allein im vergangenen Jahr mehr als 1000 verdächtige Sichtungen von großen oder kleinen Drohnen über Deutschland.
Der Laser-Test in Niedersachsen
Mein Kollege Marc Hasse war bei einem eindrucksvollen Test dabei, an einem geheimen Ort in Niedersachsen. Das Start-up Inleap Photonics hat einen Laser entwickelt, der unbemannte Flugobjekte abschießen kann. Marc erlebte, wie gut das zumindest bei diesem Versuch funktionierte. Eine winzige Drohne schwebt für Menschen kaum sichtbar in der Luft, aber eine KI auf dem Bildschirm einer Steuereinheit erfasst sie mühelos. Jemand drückt einen Knopf, und ein Laserstrahl jagt zum Ziel: „Die Drohne taumelt“, schreibt Marc, „dann stürzt sie zu Boden. Es dauert kaum zwei Sekunden.“
Inleap Photonics hat offenbar bereits erste Kunden für das System, auch die Bundeswehr experimentiert damit. Eine Strahlenwaffe der Firma soll zudem bald an Bord unbemannter Motorboote zum Einsatz kommen – etwa zur Drohnenabwehr in Häfen. An den Anblick solcher Geräte im Alltag werden wir uns wohl gewöhnen müssen. Den vollständigen Bericht von Marc Hasse lesen Sie hier.
Weitere Empfehlungen der Woche
- Geheimnisse aus dem Klo: In einer Latrine aus dem 13. oder 14. Jahrhundert haben Forscher in Paderborn ein kleines Buch mit krakeligen Botschaften entdeckt. Ein Expertenteam versucht nun, die mysteriösen Texte zu entziffern.
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Bild der Woche: Ein Himmel wie für Götter
Wer solche Bilder von unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, aufnehmen will, muss wie der spanische Fotograf Daniel Viñé Garcia in die Puna reisen. Die spektakuläre Hochebene im Nordwesten Argentiniens ist voller Salzseen und Vulkane, aber menschenleer und ohne Straßen oder Häuser. Darum gibt es dort so gut wie kein störendes Streulicht, das die Aussicht auf die Milchstraße mit ihren Milliarden Sternen trüben könnte. Für dieses Bild wurde Garcia beim diesjährigen Wettbewerb „Milky Way Photographer of the Year“ ausgezeichnet.
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