Randal Kolo Muani wird die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada verpassen. Der französische Nationaltrainer Didier Deschamps strich den Stürmer von Paris Saint-Germain aus dem Aufgebot. Damit bleibt das Trauma des vergebenen Siegtreffers im WM-Finale 2022 gegen Argentinien unverarbeitet.
Die verpasste Chance im Finale 2022
Die Bilder sind unvergessen: In der Nachspielzeit der Verlängerung tauchte Kolo Muani frei vor Argentiniens Torwart Emiliano Martínez auf, scheiterte jedoch an dessen herausragender Parade. Hätte er getroffen, wäre Frankreich Weltmeister geworden. „Es hätte mein Leben verändern können“, sagte der Angreifer später der französischen Sportzeitung L’Équipe. Drei Jahre später zeigt sich, dass die Szene sein Leben dennoch veränderte – jedoch nicht im positiven Sinne.
Leistungseinbruch nach dem Finale
Zum Zeitpunkt des Fehlschusses befand sich Kolo Muani in der stärksten Saison seiner Karriere. Für Eintracht Frankfurt erzielte er 23 Tore und gab 17 Vorlagen. Die Winter-WM in Katar unterbrach die Saison, doch zunächst blieb die Form stabil. In den folgenden Jahren konnte er jedoch nicht mehr an diese Leistungen anknüpfen. Seine Leihe zu Tottenham Hotspur wurde zur Enttäuschung: In 28 Premier-League-Spielen traf er nur einmal, in der Champions League immerhin viermal in neun Partien. Tottenham kämpft gegen den Abstieg.
Deschamps setzt auf Mateta
Als Deschamps am Donnerstag den Kader für die WM bekannt gab, fehlte Kolo Muanis Name. Die spanische Zeitung AS sprach von einer „französischen Revolution“ und beschrieb Kolo Muani als „wie vom Blitz getroffen“. Die französische Presse sah die Nichtberücksichtigung als logische Konsequenz seiner schwachen Saison. Laut L’Équipe hatte Kolo Muani bis zuletzt mit einer Nominierung gerechnet, nachdem er im März wieder in den Nationalmannschaftskreis zurückgekehrt war. Doch Deschamps entschied sich für Jean-Philippe Mateta, der erst in der WM-Qualifikation debütierte und in drei Länderspielen zwei Tore erzielte. „Er ist ein Strafraumspieler mit guter Treffsicherheit“, begründete Deschamps. Kolo Muanis Nichtnominierung war auf der Pressekonferenz kein Thema mehr.
Zukunft ungewiss
Nach dem Sommer endet Kolo Muanis Leihe bei Tottenham. Er kehrt zu PSG zurück, wo sein Vertrag bis 2028 läuft. Allerdings soll Juventus Turin erneut Interesse bekundet haben, nachdem er bereits 2025 für ein halbes Jahr an die Alte Dame verliehen war. Die WM-Teilnahme hätte ihm die Chance geboten, sich für einen Wechsel zu empfehlen. Stattdessen bleibt das Trauma von 2022 unverarbeitet. „Ich kann diese Chance nicht vergessen“, sagte Kolo Muani in einem Interview mit beIN Sports. „Ich denke, ich werde diese Szene mein Leben lang nie verdauen.“



