Trainer-Rauswurf bei Hertha Zehlendorf: Präsident spricht über rote Linien
Der Regionalligist Hertha Zehlendorf hat seinen Trainer Tilman Käpnick nach nur sechs Monaten im Amt überraschend entlassen. Die Entscheidung fiel am Vormittag des Mittwochspiels gegen die BSG Chemie, das die Mannschaft anschließend mit 0:5 verlor. In einer offiziellen Klub-Mitteilung zitierte der Verein Präsident Kamyar Niroumand mit deutlichen Worten.
„Rote Linien wurden überschritten“
„Es sind rote Linien überschritten worden, die uns keine andere Wahl gelassen haben“, erklärte Niroumand. „Eine weitere Zusammenarbeit war unter diesen Umständen nicht mehr möglich.“ Der Präsident betonte im Gespräch, dass der Klub zunächst positiv gestimmt gewesen sei, die Zusammenarbeit mit Käpnick fortzusetzen.
Allerdings plante die Vereinsführung, noch einige Spiele abzuwarten, bevor formale Vertragsverhandlungen aufgenommen werden sollten. Diese Pläne wurden jedoch durch das Verhalten des Trainers durchkreuzt.
Vorzeitige Ankündigung führt zur Eskalation
Vor dem Spiel gegen Chemie Leipzig habe Käpnick vor der versammelten Mannschaft erklärt: „Wir machen weiter. Das hat der Präsident mir gesagt.“ Diese eigenmächtige Ankündigung sorgte für Unmut innerhalb des Teams. „Einige Spieler waren davon nicht so begeistert und sind dann direkt zu mir gekommen“, berichtete Niroumand.
Der emotional und fordernd auftretende Trainer habe damit den Zeitplan der Vereinsführung ignoriert. „Wir würden gern einige Spieler halten“, erläuterte der Präsident. „Ich wollte mit diesen Spielern vorab Gespräche führen, bevor endgültige Entscheidungen über die Zukunft des Trainers getroffen werden.“
Bilanz und Konsequenzen
Durch das Vorpreschen von Käpnick sah sich Präsident Niroumand gezwungen, den 32-jährigen Trainer zu entlassen. Käpnick hinterlässt bei Hertha Zehlendorf eine Bilanz von 19 Spielen mit 21 Punkten und einem Punkteschnitt von 1,11. Der Klub, der aktuell Letzter der Regionalliga ist, wird in der kommenden Saison in der Oberliga antreten müssen.
Einen Nachfolger für die Trainerposition hat der Verein noch nicht benannt. Die Suche nach einem neuen Cheftrainer läuft aktuell. Kamyar Niroumand, der seit 2004 Präsident von Hertha Zehlendorf ist, betonte die Notwendigkeit der Entscheidung angesichts der überschrittenen Grenzen.
Der Rauswurf kurz vor einem wichtigen Ligaspiel gilt als ungewöhnlich in der Amateurfußball-Szene und unterstreicht die angespannte Situation beim Berliner Traditionsverein.



