Nach dem Aufstiegsaus: Worauf der TSV 1860 jetzt seinen Fokus legt
Die Aufstiegsträume sind geplatzt, die Saison in der Dritten Liga für den TSV 1860 München sportlich praktisch beendet. Doch trotz der enttäuschenden 0:3-Niederlage in Cottbus und dem damit verbundenen Ende aller Hoffnungen auf den Aufstieg bedeutet das nicht, dass die verbleibenden sechs Spiele komplett bedeutungslos sind. Im Gegenteil: Für die Löwen aus Giesing geht es in der sogenannten wertlosen Restsaison noch um wichtige Aspekte, sowohl für den Abschluss dieser Spielzeit als auch mit Blick auf die kommende Saison 2026/27.
Finanzielle Gleichheit und der Kampf um Platz vier
Anders als in den Bundesligen spielt die finale Tabellenposition in der Dritten Liga finanziell kaum eine Rolle. Die TV-Gelder werden gleichmäßig unter allen teilnehmenden Vereinen – mit Ausnahme der Zweitmannschaften – verteilt. Der aktuelle Vertrag bis Sommer 2027 bringt der Liga jährlich 26,2 Millionen Euro, wovon 90 Prozent, also 23,58 Millionen Euro, in den Spielbetrieb fließen. Pro Klub sind das in dieser Saison etwa 1,31 Millionen Euro, unabhängig vom Tabellenplatz.
Doch es gibt eine bedeutende Ausnahme: Der vierte Platz sichert automatisch die Teilnahme am DFB-Pokal, was sowohl sportlich als auch finanziell äußerst attraktiv wäre. Allerdings liegt der TSV 1860 hier aktuell sieben Punkte zurück. Trainer Markus Kauczinski betont dennoch die Wichtigkeit, jeden möglichen Platz besser zu machen und mit der richtigen Einstellung und Körpersprache das Gesicht des Vereins zu wahren.
Weichenstellung für die Zukunft: Kaderumbau und interne Scouting-Möglichkeiten
Mit dem zwangsweisen Verbleib in der Dritten Liga für eine neunte Saison in Folge steht dem Verein ein umfangreicher Kaderumbruch bevor. Insgesamt 16 Verträge laufen aus, was sowohl eine Verjüngung als auch eine Neuausrichtung des Teams notwendig macht. Die verbleibenden Spiele bieten die ideale Gelegenheit für internes Scouting.
Kauczinski äußert sich differenziert zu den Spielern: "Da waren Jungs, die haben Vertrag, die haben enttäuscht. Da sind Jungs, deren Vertrag ausläuft, die haben enttäuscht." Ihm ist wichtig, mit Respekt und Wertschätzung für bisherige Leistungen umzugehen, während gleichzeitig die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Gezielt mehr Talente einzusetzen, nur um den Nachwuchsleistungsfördertopf des DFB zu nutzen, lehnt er jedoch ab.
Das Totopokal-Finale als Höhepunkt der Restsaison
Das mit Abstand wichtigste Spiel der verbleibenden Saison ist das Totopokal-Finale am 23. Mai gegen den Regionalligisten Würzburger Kickers. Erst vor zwei Wochen sicherten sich die Löwen mit einem 1:0-Sieg gegen Jahn Regensburg das Ticket für dieses Endspiel.
Ein Sieg im Totopokal hätte gleich mehrere positive Effekte:
- Erstens würde er der ansonsten enttäuschenden Spielzeit ein versöhnliches Ende bereiten und Silberware in die Vitrine des Vereins bringen.
- Zweitens sichert der Pokalsieg einen Startplatz im DFB-Pokal, der in dieser Saison mit 211.886 Euro dotiert war.
- Drittens könnte ein Erfolg im Totopokal ein zusätzliches Argument in anstehenden Vertragsgesprächen sein.
Obwohl der Aufstiegszug endgültig abgefahren ist, bleibt für den TSV 1860 München also noch einiges zu tun. Die verbleibenden Ligaspiele dienen der Vorbereitung auf die nächste Saison, während das Totopokal-Finale die Chance bietet, die aktuelle Spielzeit doch noch mit einem positiven Akzent zu beenden.



