Undav will mehr als nur Joker sein: Nagelsmanns WM-Pläne sorgen für Debatten
Undav kämpft um WM-Rolle - Nagelsmann bleibt hart

Debatte um Undavs Rolle: Vom Matchwinner zum Dauerthema

Deniz Undav hat mit seinem späten Siegtor gegen Ghana nicht nur einen wichtigen Erfolg für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft beschert, sondern auch die Diskussion um seine persönliche Rolle im Team neu entzündet. Der 29-jährige Stürmer vom VfB Stuttgart, der bereits vor seinem entscheidenden Treffer in der 88. Minute von den Fans gefeiert wurde, sieht sich aktuell in der Joker-Rolle – und das gefällt ihm nur bedingt.

Undavs Ambitionen und Nagelsmanns klare Linie

„Natürlich würde ich sie gerne verändern, aber ich bin nicht der Entscheider, sondern der Bundestrainer“, sagte Undav nach dem Spiel. Der Angreifer akzeptiert zwar die Personalpolitik von Julian Nagelsmann, betont aber gleichzeitig seine Hoffnung auf bessere Perspektiven bis zur WM Mitte Juni. „Jeder hat seine Rolle. Ich hoffe, ich kann die noch verändern“, so der Stürmer, der in dieser Bundesliga-Saison bereits 18 Tore für den VfB Stuttgart erzielt hat.

Nagelsmann bleibt jedoch bei seiner klaren Einschätzung. Der Bundestrainer sieht Undav primär als Joker in seinem WM-Aufgebot und begründete die Nominierung für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana ausschließlich mit der starken Torquote des Spielers. Im Angriffszentrum setzt Nagelsmann auf Kai Havertz und Nick Woltemade, auf der Zehnerposition vertraut er auf die Rückkehr von Jamal Musiala und Serge Gnabry. Für Undav bleibt damit vorerst die Rolle des Backups.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Nagelsmanns deutliche Worte zur Rollenfrage

Einem möglichen Rollenwechsel erteilte der Bundestrainer eine klare Absage. „Eher unwahrscheinlich, weil ich die Rollengespräche nicht geführt habe für den März, sondern für die WM“, erklärte Nagelsmann. Selbst nach der von den Fans lautstark geforderten Einwechslung zur Halbzeit gegen Ghana habe Undav bis zu seinem späten Treffer kein überzeugendes Spiel gezeigt, so die Einschätzung des Trainers.

Nagelsmann betonte jedoch auch den positiven Aspekt von Undavs Ehrgeiz: „Jeder Spieler sollte den Drang haben, eine bessere Rolle zu spielen. Das ist gut so. Den Ehrgeiz muss man dann auch auf dem Feld umsetzen in Leistung.“ Der späte Treffer, das vierte Tor in Undavs siebtem Länderspiel, manifestiere aus Sicht des Bundestrainers eher die Rolle des späten Glücksbringers.

Das Tor als Beweis und die mediale Aufmerksamkeit

Nagelsmann zeigte sich von der enormen medialen Betrachtung der Personalie Undav rund um die ersten Länderspiele im WM-Jahr sichtlich genervt. „Er hat sein Tor gemacht, das ist sein Auftrag, das ist seine Rolle. Und damit ist, glaube ich, alles besprochen jetzt im Sieben-Tage-Dauerthema Deniz Undav“, kommentierte der 38-Jährige trocken.

Gleichzeitig schob der Bundestrainer ein Lob hinterher und verwies auf die Bedeutung solcher Spieler: „Ich glaube zu wissen, dass wir auch im Sommer auf jeden Fall Joker brauchen, die in der Lage sind, Spiele zu entscheiden.“ Nagelsmann betonte, dass Undavs Treffer nicht einfach sei und möglicherweise gerade durch die späte Einwechslung ermöglicht wurde: „Wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er den Ball so reinmacht.“

Die Woche war für Deniz Undav turbulent verlaufen, mit vielen Diskussionen über seinen Stellenwert in der Nationalmannschaft. Sein Siegtor setzte zwar einen erfolgreichen Schlusspunkt, doch die Debatte um seine zukünftige Rolle wird bis zur WM sicherlich weitergeführt werden. Für den Stürmer bleibt die Herausforderung, Nagelsmann von seinen Qualitäten als mehr als nur Ersatzspieler zu überzeugen – sowohl in den verbleibenden Länderspielen als auch in der Bundesliga beim VfB Stuttgart.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration