Vancouver Whitecaps zahlen hohe Strafe wegen irreführender Messi-Werbung
Der kanadische Fußballklub Vancouver Whitecaps, bei dem der deutsche Nationalspieler Thomas Müller unter Vertrag steht, muss eine erhebliche Geldstrafe wegen irreführender Werbung für ein Ligaspiel gegen Lionel Messis Inter Miami berappen. Das Oberste Gericht der kanadischen Provinz British Columbia hat einem Vergleich in einer Sammelklage gegen den Klub und die Major League Soccer (MLS) zugestimmt.
Irreführende Ticketwerbung für Spiel gegen Inter Miami
Die Kläger hatten den Parteien vorgeworfen, beim Ticketverkauf für das Spiel gegen Miami am 25. Mai 2024 mit irreführendem Werbematerial gearbeitet zu haben. Durch die Werbekampagne wurde bei den Fans die Erwartung geschürt, dass Superstars wie Lionel Messi, Luis Suárez, Sergio Busquets oder Jordi Alba im Spiel auflaufen würden. Allerdings hatte der damalige Inter-Trainer Gerardo Martino entschieden, Messi, Suárez und Busquets zu schonen, was erst Tage vor dem Spiel bekannt wurde.
Um der erwartbaren Enttäuschung der mehr als 50.000 enttäuschten Fans entgegenzuwirken, gewährten die Whitecaps im Stadion einen Rabatt von 50 Prozent auf Speisen und Getränke. Der Klub und die Liga bestritten laut einem ESPN-Bericht, der sich auf entsprechende Gerichtsunterlagen beruft, jegliche Haftung, begannen jedoch im Mai 2025 Vergleichsgespräche.
Vergleich führt zu Geldstrafe für wohltätige Zwecke
Diese Gespräche führten nun zu einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 450.000 kanadischen Dollar, was umgerechnet etwa 283.000 Euro entspricht. Die Summe muss nach Abzug der Anwaltskosten zu gleichen Teilen an die wohltätigen Organisationen KidSport BC, Canada SCORES und BGC South Coast BC gehen. Die Caps bestätigten den Vorgang und teilten mit: "Die Einigung wird gemäß den Bestimmungen der Vergleichsvereinbarung umgesetzt."
Der Vergleich beinhaltet auch eine wichtige Änderung der Vertragsbedingungen beim Ticketverkauf durch Vancouver. Darin wird künftig ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Spielerkader Änderungen unterworfen sein können und keine Garantie für das Auftreten bestimmter Spieler gegeben wird. Diese Maßnahme soll ähnliche Vorfälle in Zukunft verhindern und die Transparenz gegenüber den Fans erhöhen.
Der Fall zeigt deutlich, wie sensibel die Werbung mit Superstars im Profisport sein kann und welche rechtlichen Konsequenzen irreführende Marketingmaßnahmen nach sich ziehen. Für die Vancouver Whitecaps bedeutet die Strafe nicht nur einen finanziellen Verlust, sondern auch einen Imageschaden in der nordamerikanischen Fußballszene.



