VAR-Frust bei Hertha: Fabian Reese kündigt Jubel-Stopp nach erneutem Torraub an
Berlin • Der Berliner Kapitän Fabian Reese hat genug vom Videobeweis. Nachdem ihm im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den SC Freiburg erneut ein Treffer aberkannt wurde, kündigte der 28-Jährige eine drastische Maßnahme an: „Ich jubele in Zukunft nicht mehr“. Diese deutlichen Worte fielen nach der bitteren Niederlage im Elfmeterschießen, die das jähe Ende des Berliner Pokaltraums bedeutete.
Erneuter Torraub durch Abseitsentscheidung
Bereits in der siebten Minute schien Reese die Führung für Hertha BSC erzielt zu haben, als er den Ball über die Freiburger Torlinie drückte. Doch der Jubel währte nur kurz. Schiedsrichter Patrick Ittrich nahm den Treffer nach einem Hinweis der Video-Assistenten zurück. Der Grund: Mitspieler Julian Eitschberger hatte sich bei der Hereingabe im Abseits befunden und den Ball touchiert.
„Mir wurde erklärt, dass Eitschberger den Ball touchiert hat. Und wenn das der Fall war, ist es abseits und kein Tor“, erläuterte Hertha-Coach Stefan Leitl die umstrittene Entscheidung. Für Reese war es bereits der wiederholte Fall in dieser Saison, dass ihm ein Tor durch den VAR gestrichen wurde – sowohl im Pokal als auch in der 2. Fußball-Bundesliga.
Reeses Frust und späte Genugtuung
Der Offensivspieler ließ seinem Ärger freien Lauf: „Ich weiß nicht, wie viele Tore mir in dieser Saison schon geklaut wurden durch Abseits und VAR“. Trotz dieser Rückschläge zeigte Reese später noch einmal seine Qualität. In der Verlängerung erzielte er den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich und verwandelte im anschließenden Elfmeterschießen souverän seinen Strafstoß.
Doch selbst diese Leistung konnte die Enttäuschung über das frühe Pokal-Aus nicht mindern. Die Berliner hatten sich große Hoffnungen auf den DFB-Pokal gemacht, mussten sich aber letztlich dem Bundesligisten aus Freiburg geschlagen geben.
VAR-Debatte erhält neuen Zündstoff
Der Fall Reese bringt die anhaltende Diskussion um den Videobeweis im Fußball erneut in Fahrt. Während Befürworter die technische Unterstützung für mehr Entscheidungsgerechtigkeit loben, kritisieren Spieler und Fans zunehmend die Auswirkungen auf den Spielfluss und die Emotionen des Sports.
Reeses Ankündigung, nicht mehr zu jubeln, symbolisiert dabei eine grundsätzliche Skepsis gegenüber dem System. Ob der Hertha-Kapitän seine Ankündigung tatsächlich in die Tat umsetzt, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass die VAR-Entscheidungen in dieser Saison bereits mehrere entscheidende Momente im Berliner Spielverlauf beeinflusst haben.
Für Hertha BSC bedeutet die Niederlage nicht nur das Ende der Pokalhoffnungen, sondern auch eine psychologische Belastung im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga. Wie das Team und insbesondere Kapitän Reese mit dieser doppelten Enttäuschung umgehen werden, wird die kommenden Wochen zeigen.



