Roman Weidenfeller hat die zuletzt nicht immer sattelfeste Abwehr des FC Bayern kritisiert. „Ich muss sagen, dass die Bayern in den letzten Wochen ohnehin sehr anfällig für Gegentore waren“, betonte der 45-Jährige in der Sendung „Triple – der Hagedorn-Fussballtalk“ bei Sky: „Wenn man darüber nachdenkt: Sie haben sich gegen Mainz drei gefangen, dann haben sie drei im Rückspiel gegen Real bekommen. Jetzt waren es gegen PSG wieder fünf. Das ist natürlich schon eine Ansage.“
Allein in den vergangenen fünf Pflichtspielen hatte das Team von Trainer Vincent Kompany 13 Tore kassiert. Drei im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid (4:3), zwei in der Bundesliga gegen Stuttgart (3:2), drei in Mainz (4:3) und fünf im Halbfinal-Hinspiel der Königsklasse bei Paris Saint-Germain (5:3). Einzig beim DFB-Pokal-Gastspiel in Leverkusen stand am Ende die Null.
„Es geht nicht darum, dass es immer individuelle Fehler waren. Aber gegen Real waren es zum Beispiel einige. Nicht nur von Manuel Neuer, sondern auch von den Abwehrspielern“, stellte Weidenfeller fest und nannte exemplarisch den Namen Dayot Upamecano. „Ich finde, für eine Top-Mannschaft sind sie viel zu anfällig. Sie haben in den letzten Wochen viel zu viele Gegentore hinnehmen müssen.“
Dann stieg auch Oliver Kahn in die Diskussion ein und stimmte seinem früheren Torwart-Mitstreiter zu. Bei den Bayern gebe es zurzeit „fast ein Berauschen an der Offensive“, sagte er und fügte hinzu: „Ich meine, mit den dreien da vorne (Harry Kane, Michael Olise, Luis Díaz; Anm. d. Red.) haben sie im Moment wahrscheinlich die beste Offensive. Sie haben immer die Überzeugung, ein Tor machen zu können. Aber nach einem 0:3 in Mainz noch 4:3 zu gewinnen, darf nicht dazu führen, dass man irgendwann die Balance verliert. Ich glaube, das ist in den letzten Spielen passiert.“
Seiner Meinung nach hätten die Münchner „das Gefühl der totalen Übermacht“ gehabt. „Die Frage ist aber, ob man so die ganz großen Titel gewinnt.“ Es geht nicht nur darum, immer ein Tor mehr als der Gegner zu schießen: „Irgendwann wird das nicht mehr gelingen. Bei den ganz großen Titelgewinnen geht es zwar zum Schluss um Dominanz. Aber auch darum, sein Spiel in einer gewissen Balance und in bestimmten Phasen unter Kontrolle zu haben“, befand Kahn.
In der Bundesliga ist die Meisterschaft bereits perfekt. Ende Mai wartet im DFB-Pokal das Endspiel gegen Stuttgart. Und auch in der Champions League ist trotz der Hinspiel-Niederlage gegen Paris Saint-Germain noch alles möglich.



