Werder Bremens Kampf gegen den Abstieg: Boniface-Rückkehr und Fritz-Rückhalt
Werder Bremens Abstiegskampf: Boniface zurück, Fritz gestärkt

Werder Bremens Nervenkrieg im Abstiegskampf der Bundesliga

Die Angst vor einem erneuten Abstieg wie im Jahr 2021 liegt schwer über der Hansestadt Bremen. Während der SV Werder Bremen um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga kämpft, sorgen zwei Entwicklungen für Gesprächsstoff: die überraschende Rückkehr des enttäuschenden Stürmers Victor Boniface ins Mannschaftstraining und die erneute Rückendeckung für den in die Kritik geratenen Sportchef Clemens Fritz.

Boniface-Rückkehr: Trainer Thioune bittet um Geduld

Trainer Daniel Thioune hat öffentlich um Nachsicht mit dem überraschend zurückgekehrten Victor Boniface gebeten. „Wir hätten uns natürlich gewünscht, dass er körperlich in einer besseren Verfassung ist“, erklärte der 51-jährige Coach des Bundesligisten. Der von Bayer 04 Leverkusen ausgeliehene nigerianische Angreifer gilt allgemein als Fehlverpflichtung an der Weser und hat bisher nicht die erhofften Leistungen gebracht.

Thioune verteidigte seinen Spieler jedoch entschieden: „Wir sollten ihn nicht auf das reduzieren, was wir sehen, sondern hervorheben, dass er die Bereitschaft signalisiert hat, wieder für uns Fußball spielen zu wollen.“ Nach einer individuellen Einheit zu Wochenbeginn mischt Boniface bereits wieder anteilig im Mannschaftstraining mit, auch wenn der Trainer einräumte: „Uns war klar, dass er nicht in dem körperlichen Zustand sein kann, wie man es erwarten dürfte.“

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Keine Leistungsexplosionen erwartet

Die Bremer Verantwortlichen versprechen sich von dem bislang enttäuschenden Angreifer keine großen Leistungsexplosionen, sondern vielmehr eine Hilfe als Joker-Option im erbitterten Abstiegskampf. Thioune schielt insbesondere auf die Qualitäten von Boniface im Strafraum und macht sich keine Gedanken darüber, „ob er jetzt vielleicht das eine oder andere Kilo zu viel herumschleppt“.

Für das von Thioune ausgerufene „Kräftemessen“ mit Champions-League-Kandidat RB Leipzig am kommenden Wochenende steht Boniface allerdings noch nicht zur Verfügung. Durch das Saison-Aus für Keke Topp (Kreuzbandriss) ist der Bedarf in der Offensive jedoch groß. Der zuletzt angeschlagene Angreifer Jovan Milosevic kann am Wochenende möglicherweise wieder für wenige Minuten mitwirken – mehr aber auch nicht.

Fritz erhält Rückendeckung von Werder-Boss Filbry

Während auf dem Platz die sportlichen Sorgen wachsen, erhält der in die Kritik geratene Profifußball-Geschäftsführer Clemens Fritz erneut Rückendeckung von Werder-Boss Klaus Filbry. Einige bislang nicht erfolgreiche Transfers – darunter auch die Verpflichtung von Boniface – werden Fritz angelastet.

Fans hatten vor einigen Monaten eine digitale Petition gestartet, die eine außerordentliche Mitgliederversammlung zur Bewertung der Amtsführung von Fritz zum Ziel hatte. Der Club teilte jedoch mit, dass die überwiegend anonymisierte Online-Unterschriftensammlung nicht das satzungsgemäße Verfahren ersetze und keine Grundlage für eine Einberufung bilde.

Werder-Boss Klaus Filbry stärkte Fritz nun erneut den Rücken: „Er ist meiner Meinung nach der richtige Mann an der richtigen Position, der die richtigen Schlüsse aus den Fehlern gezogen hat“, sagte der 59-Jährige der „Bild“-Zeitung. Weiter führte er aus: „Ich halte sehr viel von ihm, wir arbeiten sehr eng und gut zusammen. Er hat Fehler offen eingeräumt, Lösungsvorschläge präsentiert und viel reflektiert.“

Finanzielle Folgen eines möglichen Abstiegs

An der Weser ist die Angst vor einem erneuten Abstieg groß, doch Filbry relativierte die möglichen Konsequenzen: „Ein möglicher Abstieg wäre finanziell nicht mit dem von vor fünf Jahren vergleichbar. Damals kam nämlich noch Corona hinzu.“ Dennoch müsste der Club Mindereinnahmen von 45 bis 50 Millionen Euro hinnehmen, würde aber die Auflagen der DFL problemlos erfüllen.

„Wir wären immer noch so handlungsfähig, dass ein direkter Aufstieg möglich wäre. Trotzdem: Wir wollen die Klasse unbedingt halten“, betonte der Werder-Boss.

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Aktuelle Tabellensituation und kommende Herausforderungen

Vor der Länderspielpause feierten die Bremer ein erkämpftes 1:0 bei Konkurrent VfL Wolfsburg. Der Abstand des Tabellen-14. auf den Relegationsrang beträgt aktuell vier Punkte. Am Wochenende erwartet die Norddeutschen eine große Herausforderung mit dem Viertplatzierten RB Leipzig. Zudem kehrt Ex-Trainer Ole Werner zum ersten Mal ins Weserstadion zurück.

Der seit Anfang Februar an der Weser beschäftigte Nach-Nachfolger von Werner, Daniel Thioune, feierte zuletzt drei Siege aus vier Partien. Filbry lobte den neuen Coach ausdrücklich: „Er hat eine klare Ansprache und es geschafft, in die Köpfe der Spieler zu kommen. Ich sehe ihn auch perspektivisch bei Werder Bremen.“

Auf die Frage, ob dies auch in der 2. Liga gelte, antwortete der Werder-Boss der „Bild“: „Ich gehe vom Erstliga-Verbleib aus. Dann wird er unser Trainer sein.“ Die kommenden Wochen werden zeigen, ob dieser Optimismus berechtigt ist.