Werder Bremens Offensivproblem: Marco Grüll als Symptom der Torschwäche
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 13:7 Torschüsse für Werder Bremen, aber am Ende ein 1:2 gegen den Champions-League-Kandidaten RB Leipzig. Die Bremer boten über weite Strecken eine anständige Leistung, belohnten sich jedoch erst in der Nachspielzeit durch Salim Musah (90.+4) mit einem Ehrentor. Die fehlende Effizienz im Abschluss bleibt das zentrale Problem des Teams.
Manager und Trainer benennen das Defizit
Manager Clemens Fritz fasste das Spiel prägnant zusammen: „Abschlussqualität hat uns gerade in der ersten Halbzeit gefehlt.“ Auch Trainer Daniel Thioune sieht den Kern des Problems in der mangelnden Durchschlagskraft: „Es fehlten Effizienz und Durchschlagskraft in der gegnerischen Box. Wir haben die Chance mit Romano Schmid und im Gegenzug kriegen wir das Tor, weil der Gegner einfach effizienter ist.“
Anders als beim 1:0-Sieg in Wolfsburg, der durch einen abgefälschten Schuss von Njinmah zustande kam, fehlte gegen Leipzig wie so häufig in dieser Saison die Qualität im letzten Drittel. Es ist das alte Lied: In der Offensive mangelt es an echter Torgefahr.
Marco Grüll als exemplarisches Beispiel
An Marco Grüll (27) zeigt sich das große Werder-Problem besonders deutlich. Der Österreicher verrichtete 60 Minuten lang fleißig seine Arbeit auf der rechten Offensivseite, doch gestochen wurde nicht. Kein eigener Torschuss, nur eine Torvorlage – nichts Zählbares sprang heraus.
Nach 1870 absolvierten Minuten in dieser Saison weist Grüll eine schwache Bilanz von nur drei Toren und einer Torvorlage auf. Thioune dazu: „Wenn wir in allen Bereichen oberstes Regal wären, wären wir nicht 14., sondern ganz weit oben. Aber aktuell haben es alle sehr schwer, gegen uns Torchancen herauszuspielen, weil die Mannschaft brutal gegen den Ball arbeitet. Das tut Marco auch. Aber phasenweise gelingt es uns nicht, die Schärfe im letzten Drittel zu haben.“
Hoffnungsträger und Perspektiven
Zuletzt hatte sich Grüll beim 4:1 in Berlin Anfang März in die Torschützenliste eingetragen, doch der große Brustlöser blieb aus. Bei ihm wie bei seinen Mitstreitern fehlt es an verlässlicher Abschlussqualität auf hohem Bundesliga-Niveau.
Einzig Winter-Leihe Jovan Milosevic (20), der gegen Leipzig nach Verletzungspause eingewechselt wurde, strahlt regelmäßig Abschluss-Gefahr aus. Tor-Joker Salim Musah (20) lässt zumindest hoffen, dass sich die Situation verbessern könnte. Die Mannschaft steht vor der Herausforderung, ihre Chancenverwertung deutlich zu steigern, um in der Bundesliga nicht nur durch defensive Stärke zu überzeugen.



