Nach den zuletzt erfolgreichen Ergebnissen gegen den HSV (3:1) und Stuttgart (1:1) hatte Werder Bremen die große Chance, den Klassenerhalt so gut wie perfekt zu machen. Bei einem Sieg im Heimspiel gegen den FC Augsburg wäre ein Abstieg nur noch theoretisch möglich gewesen. Doch nach einer desaströsen ersten Halbzeit und einem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause schwand die Hoffnung auf die vorzeitige Rettung. Beim 1:3 fehlte es Werder an Intensität und Konsequenz. Fühlten sich die Spieler schon zu sicher? Eine Erklärung für den Spannungsabfall hatte nach dem Spiel niemand.
Spieler ratlos über schwache Leistung
„Wir sind selbst dran schuld. Wir hatten auf keiner Position die Energie, die man braucht. So kurz nach dem Spiel habe ich da auch keine Erklärung für“, betonte ein enttäuschter Amos Pieper nach der Pleite. Kapitän Marco Friedl unterstrich am „Sky“-Mikrofon: „Wie kann das sein? Ich bin kein Athletiktrainer. Es ist Fakt, dass wir uns müde gefühlt haben.“ Die Mannschaft wirkte über weite Strecken lethargisch und konnte nicht an die Leistungen der Vorwochen anknüpfen.
Trainer Thioune mit eigener Theorie
Werder-Coach Daniel Thioune hatte hingegen eine Idee, warum die Bremer so schnell müde wurden. „Nach dem ersten Tor haben wir uns durch Ungenauigkeit selbst gestresst. Wir sind in viele Dribblings gegangen, haben Bälle zu leicht verloren und müssen dann hinterherlaufen. Bei 26 Grad und Sonne ist der Akku dann möglicherweise deutlich schneller leer. Wir waren heute nicht auf unserem Level und da müssen wir uns ein Stück weit hinterfragen“, erklärte der Trainer.
Drei Wechsel zur Pause bringen keine Wende
Aufgrund der schwachen Leistung im ersten Durchgang wechselte Thioune in der Pause drei Mal: Njinmah, Musah und Mbangula kamen für Coulibaly, Milosevic und Puertas. Dadurch wurde Werder offensiv zielstrebiger, nach dem Anschlusstreffer durch Romano Schmid (65.) kassierten die Bremer aber postwendend das dritte Gegentor durch Jakic (70.). So endete die Serie von zwei ungeschlagenen Spielen mit einer Niederlage. Dabei hätte Werder das erste Mal seit Wochen gegenüber der Konkurrenz vorlegen können. Genutzt haben sie diese Chance – wie schon so häufig in dieser Saison – nicht.
Druck vor den letzten Spielen wächst
Pieper resümierte: „Es ist unerklärlich und passt zu unserem Jahr. Es wird noch bis zum Ende gehen.“ Sollte der FC St. Pauli am Sonntag (15.30 Uhr, DAZN) Mainz schlagen, würde der Abstand auf den Relegationsrang auf drei Punkte schrumpfen – und Werder hätte vor den letzten beiden Bundesliga-Spielen gegen Hoffenheim und Dortmund wieder richtig Druck auf dem Kessel. Die Mannschaft muss dringend eine Antwort auf die schwache Leistung finden, um den Klassenerhalt doch noch zu sichern.



