Exorbitante Transportkosten für WM-Fans in New York offiziell bestätigt
Die Befürchtungen deutscher Fußball-Fans haben sich bewahrheitet: Für die WM 2026 in Nordamerika müssen Besucher in New York astronomische Transportkosten einplanen. Der Verkehrsbetrieb New Jersey Transit bestätigte am Freitag, dass die 30-minütige Zugfahrt von Manhattan zum MetLife Stadium in New Jersey und zurück während des Turniers stolze 150 US-Dollar (etwa 127 Euro) kosten wird.
Dramatische Preiserhöhung im Vergleich zum Normalpreis
Normalerweise liegt der Preis für dieselbe Strecke bei lediglich 12,90 Dollar – die WM-Aufschläge entsprechen somit einer Steigerung um mehr als das Elffache. Besonders bitter für Familien: Es gibt keinerlei Ermäßigungen, weder für Kinder noch für Rentner. Alle Besucher müssen den vollen Betrag entrichten.
Das MetLife Stadium, das während der WM den Namen „New York/New Jersey Stadium“ tragen wird, ist Schauplatz von insgesamt acht WM-Spielen. Hier trifft das DFB-Team am 25. Juni in Gruppe E auf Ecuador. Auch Fußball-Größen wie Frankreich und England werden während der Gruppenphase in dieser Arena antreten.
Kontroverse um Fan-Transport bei Großereignissen
Die Preispolitik steht in starkem Kontrast zu früheren Großereignissen. Sowohl bei der WM 2022 in Katar als auch bei der EM 2024 in Deutschland hatten Fans mit einem gültigen Spielticket kostenlosen Zugang zum öffentlichen Nahverkehr erhalten. Diese Praxis wird bei der WM 2026 in Nordamerika nicht fortgeführt.
Thomas Concannon, Chef des englischen Dachverbands Football Supporters‘ Association (FSA), kommentierte gegenüber der BBC: „Der Preis ist im Vergleich zu dem, was man normalerweise für den Besuch eines Spiels oder eines Turniers bezahlen würde, astronomisch. Man sollte eigentlich Fans aus aller Welt willkommen heißen. Im Moment könnten sich die Fans nicht unwillkommener fühlen.“
FIFA weist Forderungen nach Kostenübernahme zurück
Die FIFA hatte zuletzt Forderungen aus der US-Politik zurückgewiesen, die Transportkosten der Fans zu übernehmen. Eine Sprecherin des Weltverbands zeigte sich auf Anfrage des SID „ziemlich überrascht“ über das Vorgehen und entsprechende Äußerungen der Gouverneurin von New Jersey, Mikie Sherrill.
Laut FIFA-Angaben seien die ursprünglichen Host-City-Vereinbarungen aus dem Jahr 2018 zwar angepasst worden, um die finanzielle Belastung für Fans zu berücksichtigen. Dennoch müssten nun „alle Spielticketinhaber und akkreditierten Personen gegen Gebühr den Zugang zu Transportmitteln erhalten“. Der Weltverband verwies darauf, dass ihm „kein anderes Großereignis“ bekannt sei, bei dem Veranstalter verpflichtet waren, den Fantransport zu bezahlen.
Problematik betrifft nicht nur New York
Die hohen Transportkosten beschränken sich nicht auf die Metropole New York. Auch in anderen WM-Städten müssen Fans tief in die Tasche greifen:
- In Boston werden 95 US-Dollar für die Hin- und Rückfahrt im Bus berechnet
- Der Fahrkartenpreis für die Bahn in Boston soll auf 80 US-Dollar steigen
- Die Preise lösten unter europäischen Anhängern bereits Empörung aus
Die Kritik wird zusätzlich durch die ohnehin schon hohen Ticketpreise für die WM-Spiele verschärft. Die WM 2026 findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada statt und wird Millionen von Fans nach Nordamerika bringen – mit entsprechenden wirtschaftlichen Auswirkungen für die Gastgeberländer.



