WrestleMania 42: Ein historischer Tiefpunkt für WWE-Fans
Die erste Nacht der Wrestling-Megashow WrestleMania 42 hat bei den eingefleischten Anhängern der WWE für massive Enttäuschung gesorgt. Auf der populären deutschen Fanseite Cagematch wurde der Abend mit lediglich 2,71 von 10 möglichen Punkten bewertet – das schlechteste Rating für eine WrestleMania-Nacht seit der legendären zweiten Ausgabe im Jahr 1986.
Die Pat McAfee-Kontroverse als Hauptauslöser
Im Zentrum der Kritik steht die umstrittene Einbindung des ehemaligen NFL-Footballers und Star-Podcasters Pat McAfee in die Hauptstoryline zwischen WWE-Champion Cody Rhodes und seinem auf die dunkle Seite abgewandten Mentor Randy Orton. Berichten zufolge wurde McAfee auf Geheiß von WWE-Oberboss Ari Emmanuel in die Handlung eingeführt, um Crosspromotion mit Medienpartner ESPN zu betreiben und McAfees Karriere als Actionstar in Hollywood voranzutreiben.
Bei der großen Mehrheit der Fans kam diese Entscheidung überhaupt nicht gut an. Auf diversen Online-Plattformen formierten sich massive Shitstorms, in denen McAfee als deplatzierter Störfaktor in der persönlichen Geschichte von Rhodes und Orton kritisiert wurde.
WWE versucht Schadensbegrenzung
Diverse WWE-Protagonisten, darunter Cody Rhodes selbst und der fürs Kreative verantwortliche WWE-Vorstand „Triple H“ Paul Levesque, hatten in Interviews vor WrestleMania deutlich gemacht, dass ihnen die Welle der Kritik nicht verborgen geblieben war. Bei der Show in Las Vegas schien WWE dann tatsächlich versucht zu haben, die McAfee-Story nach kurzer Zeit wieder abzumoderieren.
Im Hauptkampf attackierte Rhodes McAfee zunächst mit Hilfe des Rapstars Jelly Roll, der McAfee eine spektakuläre Flugaktion vom Kommentatorenpult verpasste. McAfee wurde anschließend mit einer Trage aus der Halle gebracht – nicht ohne sich mit einem Stinkefinger von den Fans zu verabschieden.
Zu späte Korrektur und weitere Kritikpunkte
Doch die verspätete Korrektur kam aus Sicht vieler Fans zu spät. Selbst nach McAfees vorzeitigem Abgang kehrte er später mit einer Halskrause zurück und versuchte, als Ersatzringrichter Orton zum Sieg zu verhelfen. Erst nachdem Orton wütend seine Spezialaktion RKO an McAfee ausführte, schien das kurzlebige Bündnis endgültig beerdigt.
Rhodes nutzte die Ablenkung, um Orton seinen Finisher Cross-Rhodes zu verpassen und den Titel zu verteidigen. Die Fehde zwischen den langjährigen Weggefährten ging jedoch direkt nach dem Kampf weiter, als Orton Rhodes einen brutalen Punt Kick gegen den Kopf verpasste.
Weitere Enttäuschungen neben der McAfee-Story
Die Verärgerung über McAfee war jedoch nicht der einzige Grund für die negative Resonanz. Wiederkehrende Kritikpunkte an der ersten WrestleMania-Nacht waren:
- Vier der sieben Kämpfe blieben unter der 10-Minuten-Marke, darunter sämtliche Frauenmatches
- Unverhältnismäßig lange Werbe- und Promo-Segmente
- Zu viel Fokus auf kommerzielle Crosspromotion und Eigenwerbung
- Zu wenig „WrestleMania-Feeling“ in den eigentlichen Ringkämpfen
- Übermäßige Effekthascherei außerhalb des sportlichen Kerns
Dies steht in krassem Gegensatz zur zweiten Nacht von WrestleMania 40 vor zwei Jahren, die auf Cagematch die beste Resonanz seit Jahrzehnten erzielt hatte. Besser bewertet waren in der WWE-Geschichte nur die legendären WrestleManias 17 (2001) und 19 (2003).
Ausblick auf die zweite Nacht
Die erste Nacht der größten Show des Jahres hat viele WWE-Fans vergrätzt zurückgelassen. Ob der zweite Tag von WrestleMania 42 Besserung bringt und die Enttäuschung etwas mildern kann, bleibt abzuwarten. Die WWE steht jedenfalls vor der Herausforderung, das verlorene Vertrauen ihrer treuesten Anhänger zurückzugewinnen.



