Handball-2. Liga: Dessau-Roßlauer HV feiert Heimsieg gegen Tusem Essen vor Ostern
Trainer Vanja Radic hatte vor dem Gegner Tusem Essen gewarnt – und behielt mit seiner Einschätzung recht. Am Gründonnerstag zeigte sich in der Anhalt Arena Dessau ein spannendes und hart umkämpftes Handballspiel der 2. Bundesliga. Vor 1.589 begeisterten Zuschauern feierte der Dessau-Roßlauer HV am Ende einen verdienten 36:32-Heimsieg und sorgte damit für eine vorösterliche Freude.
Spieldrehung durch taktische Wechsel
Das Spiel entwickelte sich zunächst nicht nach den Vorstellungen der Hausherren. Zur Halbzeit lag Dessau-Roßlau mit 17:18 zurück, und kurz nach Wiederanpfiff drohte bei einem Stand von 21:23 sogar die vollständige Entgleisung. Vier vergebene Siebenmeter des DRHV schmerzten in dieser Phase besonders. Doch zwei taktische Wechsel von Trainer Radic brachten die entscheidende Wende.
Philip Ambrosius rückte für den soliden Janik Patzwaldt ins Tor und führte sich mit mehreren wichtigen Paraden sofort eindrucksvoll ein. Im Angriff setzte Mika Schüler neue Akzente und brachte frischen Schwung in die Offensive. Mit einem beeindruckenden 6:0-Lauf drehte der Dessau-Roßlauer HV das Spiel komplett und lag plötzlich mit 27:23 und kurz darauf sogar mit 29:24 in Führung.
Spannende Schlussphase und wichtige Treffer
Dass die Mannschaft bis zum Schluss zittern musste, hatte sie sich teilweise selbst zuzuschreiben. An einigen Stellen agierte Dessau-Roßlau zu überhastet und vergab beste Chancen gegen den starken Essener Torwart Finn Knaack. Beim 29:27 erzielte Tim Hertzfeld einen wichtigen Treffer zur Beruhigung. Besonders spektakulär war der Treffer zum 30:28 in der 55. Minute, als Torwart Philip Ambrosius quer über das gesamte Spielfeld seinen zweiten Ball im Essener Tor versenkte.
In der Schlussphase zeigte sich der DRHV sehr gut auf das 7:6-System der Essener eingestellt, die in dieser Formation jedoch zu viele eigene Fehler machten. Marcel Nowak setzte schließlich den verdienten Schlusspunkt zum 36:32.
Statistische Highlights und Comeback
Die besten Torschützen des Dessau-Roßlauer HV waren Carl-Phillip Haake mit sieben und Fritz Leon Haake mit sechs Treffern. Dahinter folgten Yannick-Marcos Pust, Mika Schüler und Jakub Powarczynski mit jeweils vier Toren. Besonders erfreulich war das Comeback von Yannick Danneberg nach langer Verletzungspause. Der Rückraumspieler erzielte drei Tore, benötigt nach eigener Einschätzung aber noch etwas Zeit, um zu seiner alten Form zurückzufinden.
Tabellensituation und Ausblick
Mit diesem neunten Heimsieg in der aktuellen Saison verbucht der Dessau-Roßlauer HV nun 30:22 Punkte und steht damit auf dem siebten Tabellenplatz. Acht Spieltage vor Saisonende hat das Team von Trainer Vanja Radic einen komfortablen Vorsprung von 16 Punkten auf den ersten Abstiegsplatz. Für Tusem Essen bedeutet die Niederlage dagegen weiterhin Zittern um den Klassenerhalt, auch wenn der Aufsteiger HSG Krefeld am selben Tag bei Eintracht Hagen verlor und damit etwas Entlastung brachte.
Der Sieg vor dem Osterfest gibt dem Dessau-Roßlauer HV zusätzlichen Rückenwind für die verbleibenden Saisonspiele und unterstreicht die gute Entwicklung des Teams unter Trainer Radic. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie auch in schwierigen Spielsituationen die mentale Stärke besitzt, Spiele zu drehen und am Ende verdient zu gewinnen.



