Handball-Test in Bremen: Sieg mit Schattenseite für DHB-Team
Die deutschen Handballer haben ihre Vorbereitung auf die Heim-Weltmeisterschaft im Januar mit einem weiteren Erfolg fortgesetzt. Im zweiten Testspiel gegen den amtierenden Afrikameister Ägypten setzte sich das Team von Bundestrainer Alfred Gislason in Bremen mit 34:33 (19:13) durch. Dieser knappe Sieg steigerte zwar die Vorfreude der Fans, warf jedoch gleichzeitig Fragen auf, die die Stimmung leicht trüben.
Besorgniserregender Ausfall von Schlüsselspieler Knorr
Die größte Sorge des Abends galt Spielmacher Juri Knorr, der das Parkett bereits in der ersten Halbzeit angeschlagen verlassen musste. Der 25-Jährige schien sich am Bein verletzt zu haben, wurde intensiv medizinisch behandelt und verfolgte den Großteil der Partie von der Seitenlinie aus. Seine vorzeitige Verletzung warf einen Schatten auf den ansonsten erfolgreichen Abend und ließ die Anspannung im Team spürbar ansteigen.
Ohne den Rückraumspieler Marko Grgic, der aufgrund eines Infekts fehlte, und Timo Kastening, der aus privaten Gründen kurzfristig abgereist war, musste die Mannschaft umdisponieren. In der Offensive übernahmen Kapitän Johannes Golla und der dynamische Miro Schluroff die Verantwortung. Schluroff, der im März 2025 sein DHB-Debüt gab, beeindruckte erneut mit seinen präzisen Hochgeschwindigkeitswürfen aus dem Rückraum.
Wechselhafte Leistung mit Licht und Schatten
Die deutsche Mannschaft startete fulminant in die Begegnung und erzielte in den ersten zehn Minuten neun Tore, drei davon durch den später verletzten Knorr. In der Abwehr harmonierte das Duo Matthes Langhoff und Tom Kiesler ausgezeichnet mit Torhüter David Späth, dessen Paraden den Vorsprung auf sechs Tore ausbauten.
Nach der Pause übernahm DHB-Neuling Lasse Ludwig von den Füchsen Berlin das Tor. Obwohl Knorr für wenige Minuten zurückkehrte, schrumpfte der deutsche Vorsprung innerhalb von drei Minuten auf 20:17. Die kompakter stehende ägyptische Abwehr zwang die DHB-Profis um Julian Köster, der mit sechs Treffern bester Werfer des Spiels war, in dieser Phase zu zahlreichen Fehlpässen.
Die Miene von Bundestrainer Gislason verdunkelte sich zusehends, als seine Mannschaft rund zehn Minuten vor Spielende nur noch mit 26:25 führte. Eine fehlerhafte Schlussphase fungierte nicht als Stimmungsaufheller, doch dank des Geburtstagskinds Lukas Mertens und weiterer Paraden von Späth rettete Deutschland den knappen Sieg über die Ziellinie.
Ausblick auf die kommenden Herausforderungen
Im Mai kommt die deutsche Mannschaft erneut zusammen. Vor der fünfmonatigen Sommerpause, in der voraussichtlich auch die Zukunft von Alfred Gislason geklärt wird, stehen zwei prestigeträchtige Testspiele gegen den amtierenden Weltmeister Dänemark auf dem Programm. Am 15. Mai gastiert Deutschland in Kopenhagen, zwei Tage später folgt das Rückspiel in Köln.
Ein weiterer Höhepunkt des Sommers ist für den Deutschen Handballbund am 10. Juni die Auslosung der Vorrundengruppen für die Heim-WM im Januar. Deutschland startet seine Gold-Mission in München, bevor zur Hauptrunde der Umzug nach Köln folgt. Nach der Weltmeisterschaft läuft der Vertrag von Bundestrainer Gislason aus, der Isländer hat jedoch bereits seinen Willen zur Weiterarbeit bekundet.



