Grün-Weiß Schwerin setzt auf junge Talente statt Zweitliga-Aufstieg
Grün-Weiß Schwerin: Junge Talente statt Zweitliga-Aufstieg

Grün-Weiß Schwerin plant Zukunft mit jungen Talenten statt Zweitliga-Aufstieg

Im Handballteam von Grün-Weiß Schwerin vollzieht sich ein bedeutender personeller Umbruch. Trainer Johannes Prothmann setzt in der kommenden Saison bewusst auf junge Nachwuchsspielerinnen und erklärt im ausführlichen Interview, warum der Verein aktuell nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen möchte.

Personelle Veränderungen und Abschiede

Mit Katharina Böhmker und Charlotte Zufelde verlassen zwei Leistungsträgerinnen den Tabellenzweiten der 3. Liga Nord. Beide Spielerinnen werden Verträge in der 2. Bundesliga unterschreiben und ihren Lebensmittelpunkt verändern. Prothmann betont: „Katharina ist unsere erfolgreichste Torschützin und Charlotte bringt ebenfalls die Qualität mit, um auch eine Klasse höher Akzente zu setzen.“ Bereits zuvor war klar, dass Ava Lorisch und Daria Rassau kommende Saison nicht mehr zur Verfügung stehen.

Chance durch junge Talente

Grün-Weiß-Geschäftsstellenleiter Steffen Franke und Trainer Prothmann sehen in diesem Umbruch eine große Chance. Drei bis vier Spielerinnen aus der erfolgreichen B-Jugend, die gerade ins Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft eingezogen ist, werden in den Kader der 1. Frauen integriert. Olivia Schwarz und Tamina Kugler sind bereits in der 3. Liga angekommen, während Stine Nowacki, Hedi Wigger und Jette Lojewski fest eingeplant sind.

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Prothmann erklärt seinen Ansatz: „Sie dürfen bei mir Fehler machen und werden sicher Zeit benötigen, um vollends anzukommen. Aber ich freue mich auf die Mischung aus erfahrenen Kräften und frischen Gesichtern.“ Der Trainer betont, dass diese hungrigen und motivierten jungen Spielerinnen ideale Bedingungen für die sportliche Entwicklung bieten.

Warum kein Aufstieg in die 2. Bundesliga?

Trotz des zweiten Tabellenplatzes und der sportlichen Eignung verzichtet Grün-Weiß Schwerin bewusst auf eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde. Prothmann erläutert die Gründe: „Der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist ein teures Vergnügen. 300.000 Euro braucht man zur Zeit, um die Vorgaben der Handball-Bundesliga der Frauen zu erfüllen.“ Der Verein müsste seinen Etat etwa verdreifachen.

Zudem bringt ein Aufstieg erhebliche persönliche Belastungen für die Spielerinnen mit. Die meisten sind keine Profisportlerinnen und verdienen ihren Lebensunterhalt mit normalen Jobs. Auswärtsspiele würden sie quer durch ganz Deutschland führen – nach Freiburg, Regensburg oder Waiblingen. Prothmann räumt ein: „Ja schon. Die ein oder andere Spielerin war enttäuscht.“ Dennoch plädiert er für realistische und gesunde Entwicklung.

Langfristige Perspektive statt kurzfristigem Erfolg

Trainer Prothmann, dessen Vertrag bis 2028 läuft, hat durchaus Lust auf einen Aufstieg, aber nicht um jeden Preis. „Lassen Sie uns die Welle mit den frischen Grün-Weiß-Talenten einmal mitnehmen“, sagt er optimistisch. In zwei oder drei Jahren könnten alle Mosaiksteine zusammenpassen, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen und die jungen Spielerinnen sich entwickelt haben.

Der Verein setzt damit auf nachhaltiges Wachstum statt kurzfristigem Erfolg. Prothmann schickt ein Kompliment nach Rostock, wo das Unternehmen 2. Liga offensichtlich funktioniert, betont aber gleichzeitig die individuellen Voraussetzungen jedes Vereins. Für Grün-Weiß Schwerin bedeutet dies aktuell: Junge Talente fördern, wirtschaftlich gesund bleiben und langfristig planen – auch wenn das bedeutet, vorerst in der 3. Liga zu verbleiben.

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