Nordderby-Krimi: THW Kiel triumphiert in Flensburgs Europaleague
Was für ein packendes Handball-Spektakel! Der THW Kiel hat zum Auftakt der Hauptrunde in der Handball-European-League einen äußerst wichtigen Auswärtssieg errungen. Mit 32:30 setzte sich das Team von Trainer Filip Jicha bei der SG Flensburg-Handewitt durch und feierte damit den ersten Sieg in Flensburg seit Mai 2022.
Ein historisches Europa-Duell mit dramatischem Verlauf
Es handelte sich um das 114. Nordderby der Geschichte und zugleich um das erste Europa-Duell der beiden norddeutschen Top-Teams seit acht Jahren. Die Partie entwickelte sich zu einem wahren Krimi, der die Zuschauer in der Flensburger „Hölle Nord“ bis zur letzten Minute in Atem hielt. Nach dem Schlusspfiff tanzten die Kieler Spieler euphorisch auf dem Parkett, während die Flensburger Niederlage hinnehmen mussten.
Pytlicks Olympia-Tor und Wolffs Paraden als Highlights
Ein besonderes Highlight des Abends war das unfassbare Tor von Flensburgs Europameister Simon Pytlick, der zum zwischenzeitlichen 17:16 ein echtes Olympia-Tor erzielte. Dyn-Kommentator Finn-Ole Martins schwärmte: „Pytlick hat sehr viel Olympische Spiele geschaut, er geht da durch und trifft wie beim Slalom.“ Auf Kieler Seite glänzte vor allem Nationaltorwart Andreas Wolff mit sagenhaften 14 Paraden und erwies sich erneut als Matchwinner.
Die besten Werfer bei den Kielern waren Mykola Bilyk und Bence Imre mit je sieben Toren, wobei Imre zehn Sekunden vor Schluss per Siebenmeter traf. Für Flensburg war Emil Jakobsen mit zehn Treffern der torgefährlichste Spieler.
Strategische Bedeutung des Sieges für den THW Kiel
Der Sieg ist für den THW Kiel von großer strategischer Bedeutung, nachdem das Team erst am Sonntag Bundesliga-Spitzenreiter SC Magdeburg die erste Niederlage nach über einem Jahr verpasst hatte. In der European League zieht der Gruppenerste direkt ins Viertelfinale ein und kann somit Kraft sparen, während der Zweite und Dritte der Vierergruppe in die Play-Ins müssen. Kiel bleibt in diesem Wettbewerb weiterhin unbesiegt, während Flensburg die erste Europa-Niederlage dieser Saison hinnehmen musste.
In der ersten Halbzeit sah es noch nach einem Heimsieg der Flensburger aus, die in der 29. Minute mit 15:11 führten. Doch in der 35. Minute gelang den Gästen der Ausgleich zum 16:16, und in der 36. Minute gingen sie mit 17:18 zum ersten Mal seit dem 0:1 wieder in Führung. Den entscheidenden Grundstein legte das Team von Trainer Filip Jicha mit dem 20:23 in der 43. Minute.
Finn-Ole Martins fasste die Bedeutung des Nordderbys treffend zusammen: „Eines der größten Spiele überhaupt! Das elektrisiert ganz Handball-Europa. Einen ganzen Abend sagt man in ganz Europa ,Moin‘.“



