Kimi Antonelli: Jüngster WM-Führer der Formel-1-Geschichte erhält Fahrstunden von Teamchef
Antonelli jüngster Formel-1-WM-Führer - Wolff schickt ihn in Fahrschule

Kimi Antonelli schreibt Formel-1-Geschichte als jüngster WM-Spitzenreiter

Der italienische Nachwuchsstar Kimi Antonelli hat mit seinem Sieg beim Großen Preis von Japan einen historischen Meilenstein erreicht. Mit nur 19 Jahren ist der Mercedes-Pilot nun der jüngste Fahrer in der Geschichte der Formel 1, der an der Spitze der Weltmeisterschaftswertung steht. Diese Bestmarke hielt bisher Rekordweltmeister Lewis Hamilton, der 2007 im Alter von 22 Jahren und 126 Tagen erstmals die WM-Führung übernommen hatte.

Zweiter Sieg binnen zwei Wochen trotz Startproblemen

Antonelli gelang in Suzuka sein zweiter Sieg innerhalb von nur vierzehn Tagen, nachdem er bereits beim vorherigen Rennen in China triumphiert hatte. Dennoch gab es für den Teenager von seinem Teamchef Toto Wolff prompt Nachhilfestunden verordnet. Grund dafür waren erneut Probleme beim Start, bei denen Antonelli mit durchdrehenden Reifen von der Pole Position auf den sechsten Platz zurückfiel.

"Da müssen wir in die Fahrschule gehen", befahl Wolff nach dem Rennen und machte deutlich, dass trotz der Erfolge noch Verbesserungspotenzial besteht. Antonelli selbst zeigte sich bescheiden: "Ich muss noch viel arbeiten und mich weiter steigern. Das war komplett mein Fehler beim Start. Damit mache ich mir das Leben viel schwerer."

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Safety-Car bringt die Wende im japanischen Rennen

Die entscheidende Szene des Rennens ereignete sich, als Haas-Pilot Oliver Bearman heftig in die Streckenbegrenzung krachte. Während der Brite mit einer Knieprellung den Unfallort verließ, kam das Safety-Car auf die Strecke und bremste das Feld ein. Antonelli profitierte davon beim Reifenwechsel, kam als Führender zurück auf die Piste und war anschließend nicht mehr einzuholen.

Teamgefährte George Russell hatte weniger Glück. Der 28-Jährige war eine Runde vor dem Safety-Car-Einsatz als Spitzenreiter an die Box gefahren und sah so seine Siegchance schwinden. "Unglaublich. Unser verdammtes Glück in den letzten zwei Rennen", funkte der frustrierte Brite, der den Saisonauftakt in Australien und den Sprint in China noch für sich entschieden hatte.

Historische Zahlen sprechen für den italienischen Jungstar

Die Statistiken unterstreichen Antonellis außergewöhnliche Leistung. Zwei Siege eines Italieners nacheinander hatte die Formel 1 zuletzt 1953 erlebt, als Alberto Ascari zu seinem zweiten WM-Titel fuhr. Könnte Antonelli 73 Jahre später das Warten der italienischen Tifosi auf den nächsten Champion beenden?

"Ich denke da nicht zu sehr daran. Wir sind natürlich in einer guten Position, aber es ist noch ein weiter Weg", sagte der Silberpfeil-Pilot im Zielraum von Suzuka. In der Gesamtwertung liegt Antonelli jetzt neun Punkte vor seinem Stallrivalen Russell, der hinter McLaren-Fahrer Oscar Piastri und Ferrari-Star Charles Leclerc nur Vierter wurde.

Von der Kritik zum gefeierten WM-Führenden

Antonelli hat in den letzten Wochen seine Kritiker verstummen lassen. Nach einer wechselhaften Debütsaison im Vorjahr gelangen ihm in Shanghai als jüngster Pilot der Formel-1-Geschichte die erste Pole Position und der erste Grand-Prix-Sieg, gefolgt vom Triumph in Japan.

"Eine gewisse Leichtigkeit" sieht Teamchef Wolff bei seinem Schützling, seit dieser die Kritik hinter sich gelassen hat. Antonelli erklärte: "Ich habe einen großen Schritt gemacht. Erfahrung hilft sehr. Letztes Jahr musste ich einiges überstehen. Das hat mich mehr abgehärtet, als ich erwartet habe."

Sein Renningenieur Peter Bonnington, einst lange an der Seite von Lewis Hamilton, ist voll des Lobes: "Einfach ein Naturtalent. Ich habe nie an Naturtalente geglaubt, aber er hat dieses gewisse Etwas, diese zusätzlichen paar Zehntelsekunden, die andere Fahrer suchen."

Ungewollte Pause und starke Konkurrenz

Am liebsten würde Antonelli sein Formhoch jetzt schnell weiter nutzen, doch die Formel 1 verabschiedet sich erst einmal unfreiwillig in eine längere Pause. Wegen des Krieges in Nahost wurden die für April geplanten Gastspiele in Bahrain und Saudi-Arabien abgesagt. Erst am 3. Mai geht es mit dem Rennen in Miami weiter.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

"Ich versuche, das Beste aus der Pause zu machen und zu schauen, wo ich mich weiter verbessern kann", sagte der neue WM-Führende. Die Saison verspricht spannend zu bleiben, denn neben Teamkollege Russell hat Antonelli auch die starke Konkurrenz von McLaren und Ferrari weiter im Blick.

Im Hintergrund kämpft der viermalige Weltmeister Max Verstappen mit seinem Red Bull. Der Niederländer kam in Japan nur als Achter ins Ziel, seine Rekordserie mit vier Japan-Siegen nacheinander ist beendet. Im Frust über seinen schwachen Dienstwagen und die neuen Technik-Regeln hatte der 28-Jährige vor dem Rennen sogar laut über einen vorzeitigen Rücktritt aus der Formel 1 nachgedacht.