Audi-Beben in der Formel 1: Hülkenberg erfährt von Mutter über Wheatley-Abgang
Der deutsche Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg hat überraschend von seiner Mutter vom plötzlichen Abgang des Audi-Teamchefs Jonathan Wheatley erfahren. In einem exklusiven Interview zeigte sich der Fahrer gelassen und betonte, dass der Rennstall trotz der unerwarteten Veränderung weiterhin strukturiert und zielgerichtet arbeite.
Überraschende Nachricht im Simulator
„Ich saß im Simulator an dem Tag“, erzählte Hülkenberg über die vergangene Woche, als der Abschied Wheatleys bekannt wurde. „Zwischen zwei Fahrten habe ich auf das Handy geschaut – und meine Mutter hatte mir einen News-Artikel geschickt“, sagte der Deutsche lachend. Der Abgang des Teamchefs nach nur zwei Saisonrennen sei zwar überraschend gekommen, aber Hülkenberg sieht darin keinen großen Rückschlag für das Audi-Team.
Mattia Binotto übernimmt Führungsrolle
Mattia Binotto, der bereits zuvor als Chef des Formel-1-Projekts fungierte, übernimmt nun zusätzlich die Aufgaben des Teamchefs an der Rennstrecke. „Wir haben in Mattia weiterhin einen Leiter, wir sind nicht führungslos, wir sind nicht ohne Struktur oder planlos“, erklärte Hülkenberg. Er betonte, dass sich zwar unerwartet etwas verändert habe, aber alles andere wie geplant laufe. „Am Rennwochenende wird es gar nicht allzu viel ändern“, so der Pilot.
Hintergründe des Wheatley-Abgangs
Laut Gerüchten zieht es Jonathan Wheatley zurück in seine britische Heimat zum Aston-Martin-Team, was jedoch noch nicht offiziell bestätigt wurde. Audi gab in einer offiziellen Mitteilung „persönliche Gründe“ Wheatleys für den Abgang an. Die Doppelspitze aus Binotto und Wheatley, zwei äußerst erfahrenen Figuren in der Formel 1, war von außen häufig als möglicher Konfliktherd bewertet worden.
Audi-Fokus liegt auf der Strecke
Für Audi gehe der Fokus nun wieder „voll auf die Strecke, sobald das Rennwochenende läuft“, sagte Hülkenberg mit Blick auf den Großen Preis von Japan. Der Hersteller hat einen Start mit Höhen und Tiefen in seine erste Formel-1-Saison hingelegt. „Wir sind wettbewerbsfähig im Mittelfeld“, erklärte Hülkenberg, „es gibt Arbeit zu tun, wie bei vielen anderen Teams. Aber ehrlich gesagt war das für einen neuen Hersteller zu erwarten.“
Erste WM-Punkte und technische Herausforderungen
Audi konnte durch Hülkenbergs Teamkollegen Gabriel Bortoleto schon beim Auftakt in Australien die ersten Weltmeisterschaftspunkte einfahren. Allerdings sorgten technische Probleme jeweils schon vor dem Start dafür, dass beide Piloten bislang nur eines der beiden bisherigen Saisonrennen bestritten haben. Die Saison zeigt somit sowohl Potenzial als auch typische Anfängerherausforderungen für das neue Werksteam.



