Pogacar? Lipowitz fehlt nur ein halbes Prozent zum Tour-Sieg
Lipowitz fehlt nur ein halbes Prozent zum Tour-Sieg

Florian Lipowitz hat sich in der Weltspitze des Radsports festgesetzt. Bei der Tour de Romandie hielt der Deutsche mit Dominator Tadej Pogacar mit und verpasste den Gesamtsieg nur knapp. Radsport-Legende Jens Voigt ist überzeugt: Ihm fehlt nur noch ein halbes Prozent zum ganz großen Triumph.

Lipowitz überzeugt auf höchstem Niveau

Nach seinem überraschenden Podestplatz bei der Tour de France im vergangenen Jahr zeigt Florian Lipowitz, dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war. Der 26-Jährige bestätigt seine starke Form auch in dieser Saison und gehört zur absoluten Spitze. Besonders beeindruckend war sein Auftritt bei der Tour de Romandie, wo er über sechs Etappen auf Augenhöhe mit Tadej Pogacar fuhr. Am Ende lag Lipowitz in der Gesamtwertung nur 42 Sekunden hinter dem Slowenen. Auf der Strecke betrug der Rückstand sogar nur 20 Sekunden, die restlichen 22 Sekunden gingen auf Zeitbonifikationen zurück.

Voigt lobt Entwicklung

Der ehemalige Radprofi und Eurosport-Experte Jens Voigt zeigte sich in einer Presserunde begeistert: „Florian Lipowitz entwickelt sich wirklich kontinuierlich und sehr gut. Er ist in sehr guter Form und definitiv nah dran an den absoluten Top-Fahrern.“ Lipowitz selbst scheint den Aufwärtstrend zu bestätigen. Sein Angriff auf der Schlussetappe der Romandie wurde von Pogacar als „ziemlich beeindruckend“ bezeichnet.

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Fokus auf Tour de France – Giro ausgelassen

Zu einem erneuten Duell mit Pogacar beim Giro d’Italia wird es nicht kommen. Beide Fahrer verzichten auf den Klassiker, um sich gezielt auf die Tour de France vorzubereiten. Voigt hält diese Entscheidung für richtig: „Jonas Vingegaard braucht mehr harte Kilometer, um bereit zu sein. Florian ist noch vergleichsweise jung und recht neu im Radsport – er war zunächst Biathlet. Für ihn ist diese Art der Vorbereitung perfekt.“ Lipowitz absolvierte einen harten Frühling mit vielen anstrengenden Rennen und gönnt sich nun eine Pause, bevor er in Trainingscamps speziell für die Tour trainiert.

Giro ohne viele Top-Fahrer

Der Giro d’Italia muss in diesem Jahr auf zahlreiche Top-Fahrer verzichten. Neben Pogacar und Lipowitz fehlen auch Titelverteidiger Simon Yates, Richard Carapaz und Mikel Landa. Voigt sieht darin eine Chance: „Das ist ein heikles Thema, aber es macht Jonas zum klaren Favoriten und öffnet Türen für viele Talente. Vielleicht sehen wir, wie sich die Zukunft des Radsports zeigt.“ Er ist überzeugt, dass Vingegaard den Giro gewinnen und damit Geschichte schreiben wird: „Mit einem Sieg würde er in einen elitären Kreis vorrücken. Bisher haben nur sieben Fahrer alle drei großen Rundfahrten gewonnen – Pogacar gehört noch nicht dazu.“

Tour-Favorit Pogacar, aber Lipowitz hat Chancen

Großer Favorit auf den Tour-Sieg im Juli bleibt Tadej Pogacar, der im Vorjahr souverän seinen vierten Gesamtsieg holte – vor Vingegaard und Lipowitz. Doch Voigt traut dem Deutschen eine Überraschung zu: „Ich bin mir sicher, dass wir im Juli die gleichen drei Fahrer auf dem Podest sehen wie im Vorjahr. In welcher Reihenfolge, weiß ich noch nicht.“

Was Lipowitz noch fehlt

Laut Voigt fehlt Lipowitz nicht viel zur absoluten Spitze: „Vielleicht muss er in manchen Situationen cleverer sein und einen größeren Killerinstinkt entwickeln. Ihm fehlt nicht mal ein Prozent, sondern vielleicht nur ein halbes Prozent.“ Besonders am Berg sieht Voigt Potenzial: „Er sollte öfter kurz antreten, sich ausruhen und dann erneut attackieren. Aktuell fährt er sehr kontinuierlich, wie eine Diesellokomotive. Er braucht mehr Spritzigkeit und schnelle Antritte. Das ist das Einzige, was ihm noch fehlt.“

Florian Lipowitz ist auf einem extrem guten Weg. In der Weltspitze hat er sich bereits festgesetzt. Jetzt fehlt nur noch der absolute Coup – vielleicht schon in dieser Saison.

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