Pogacar droht Führerscheinentzug nach Bahnübergang-Vorfall bei Flandern-Rundfahrt
Pogacar droht Führerscheinentzug nach Bahnübergang-Vorfall

Rad-Star Pogacar droht juristisches Nachspiel nach riskantem Bahnübergang-Manöver

Ein geschlossener Bahnübergang bei der prestigeträchtigen Flandern-Rundfahrt hat für erhebliche Kontroversen im Radsport gesorgt und könnte nun ernsthafte juristische Konsequenzen für mehrere Top-Profis nach sich ziehen. Besonders im Fokus steht dabei der dominierende slowenische Weltmeister Tadej Pogacar, der nach seinem dritten Triumph bei diesem Klassiker eigentlich auf dem besten Weg war, Radsport-Geschichte zu schreiben.

Riskante Entscheidung im Rennfieber

Wie die belgische Zeitung Het Nieuwsblad exklusiv berichtete, hat die Staatsanwaltschaft Ostflandern Ermittlungen gegen Pogacar und weitere Radprofis eingeleitet. Der Vorfall ereignete sich etwa 65 Kilometer vor dem Ziel der Ronde van Vlaanderen, als sich eine Bahnschranke vor dem Hauptfeld schloss. Trotz des bereits rot leuchtenden Warnsignals überquerten mehrere Fahrer – darunter die Topfavoriten Tadej Pogacar und Remco Evenpoel – den Bahnübergang, während der Rest des Pelotons gezwungen war, vor der geschlossenen Schranke zu warten.

Diese Entscheidung im Rennfieber könnte nun teuer werden, denn laut belgischem Recht stellt das Überqueren eines geschlossenen Bahnübergangs eine klare Verkehrsordnungswidrigkeit dar. Die zuständige Staatsanwaltschaft kündigte bereits an, alle beteiligten Fahrer zu identifizieren und vor einen Untersuchungsrichter zu stellen.

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Mögliche Konsequenzen für die Rad-Stars

Den betroffenen Athleten drohen nach Angaben aus Ermittlerkreisen folgende Sanktionen:

  • Der Verlust des Führerscheins für mindestens acht Tage
  • Eine Geldstrafe in Höhe von 400 bis 5.000 Euro
  • Ein Eintrag im Verkehrsregister

Interessanterweise scheint ein sportliches Nachspiel dagegen unwahrscheinlich. Zwar legt das Reglement des Radsportweltverbandes UCI eigentlich eine Disqualifikation für das Überqueren eines verbotenen Bahnübergangs fest, und ein anonymer UCI-Kommissär bestätigte, dass „die Fahrer, die das Warnsignal ignoriert haben, aus dem Rennen genommen werden sollten“. Doch laut der belgischen Sportplattform Sporza, die sich auf eine vertrauenswürdige Quelle beruft, ist keine sportliche Sanktion mehr zu erwarten.

Kritik von verschiedenen Seiten

Die belgische Bahngesellschaft verurteilte das Verhalten der Radprofis aufs Schärfste. Sprecher Frederic Petit wurde vom ORF mit den Worten zitiert: „Die Regeln sind klar: Bei Rot muss man anhalten. Das gilt auch für ein Radrennen.“ Er sprach von einem „sehr schlechten Beispiel“, das die Profis abgegeben hätten, und betonte die potenzielle Gefahr solcher Manöver.

Diese Entwicklung überschattet momentan Pogacars beeindruckende Leistungsserie. Der Slowene hatte mit seinem Sieg bei der Flandern-Rundfahrt bewiesen, dass er sich in Bestform befindet und auf Kurs ist, als vierter Fahrer in der Geschichte alle fünf Monumente des Radsports zu gewinnen. Sein nächstes Ziel ist das prestigeträchtige Paris-Roubaix, wo er diesen historischen Meilenstein erreichen könnte – sofern die juristischen Entwicklungen ihn nicht ausbremsen.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ostflandern laufen derzeit auf Hochtouren, und es wird erwartet, dass in den kommenden Tagen weitere Details zu den möglichen Sanktionen bekannt gegeben werden. Dieser Vorfall wirft grundsätzliche Fragen zur Sicherheit bei Radrennen und zur Vorbildfunktion von Profisportlern im Straßenverkehr auf.

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