Pogacar jagt fehlenden Triumph in der Hölle des Nordens bei Paris-Roubaix
Pogacar fehlt noch der Sieg bei Paris-Roubaix

Pogacar will letzten großen Klassiker bei Paris-Roubaix erobern

Der slowenische Radsport-Star Tadej Pogacar steht vor einer der größten Herausforderungen seiner bereits glanzvollen Karriere. Bei der legendären Paris-Roubaix, auch bekannt als „Hölle des Nordens“, fehlt dem 27-jährigen Ausnahmekönner noch der Triumph. Nach seinem jüngsten Sieg bei der Flandern-Rundfahrt am vergangenen Sonntag könnte seine Form kaum besser sein für das anstehende Eintagesrennen.

Die Königin der Klassiker wartet noch auf Pogacar

Pogacar hat in seiner beeindruckenden Laufbahn bereits nahezu alles gewonnen:

  • Zweimaliger Weltmeister
  • Europameister
  • Viermaliger Tour-de-France-Sieger
  • Vier der fünf Monumente des Radsports

Doch genau diese letzte Lücke in seiner Trophäensammlung will der Slowene nun schließen. „Es ist kein Geheimnis, dass Paris-Roubaix eines der großen Ziele für diesen Teil der Saison ist“, verriet Pogacar vor seiner zweiten Teilnahme an dem berüchtigten Rennen.

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Warum Paris-Roubaix so besonders ist

Das Rennen gehört ohne Berge zu den härtesten Herausforderungen im professionellen Radsport. Auf den 258,3 Kilometern zwischen Compiègne und Roubaix müssen die Fahrer insgesamt 54,8 Kilometer Kopfsteinpflaster auf 30 verschiedenen Sektoren bewältigen. Die mittelalterlichen Landwege sind oft matschig, dreckig und bei Regen eine besonders gefährliche Mischung.

Der ehemalige Sieger John Degenkolb erinnert sich: „2021 war ich bei dem nassen Rennen mit dabei, als es komplett geregnet hat. Das war völlig gestört, weil man da eigentlich überhaupt keine Kontrolle mehr hatte.“

Die Tücken des Kopfsteinpflasters

„Die Vibrationen, die der Körper dort aushalten muss, die sind wirklich stark“, beschreibt Degenkolb die besonderen Herausforderungen. Die Profis versuchen mit speziellen Einstellungen der Räder der Tortur zu trotzen:

  1. Breitere Reifen
  2. Weniger Luftdruck
  3. Spezielle Lenker-Einstellungen

Für Degenkolb persönlich kommt eine zusätzliche Herausforderung hinzu: Nach einem schweren Sturz im Jahr 2025 mussten Brüche in Handgelenk, Unterarm, Ellenbogen und Schlüsselbein mit Schrauben und Platten fixiert werden.

Deutsche Beteiligung und Favoriten

Neben Degenkolb, der zum 13. Mal antritt, sind weitere deutsche Fahrer am Start:

  • Nils Politt als Helfer von Pogacar
  • Tour-de-France-Debütanten Niklas Märkl und Marius Mayrhofer

Als Topfavoriten gelten neben Pogacar der niederländische Vorjahressieger Mathieu van der Poel, der bereits dreimal in Roubaix triumphierte. Bei seiner ersten Teilnahme im vergangenen Jahr musste sich Pogacar nach einem Ausrutscher genau diesem geschlagen geben.

Die legendären Duschen von Roubaix

Ein besonderes Symbol des Rennens sind die spartanischen Duschen im Vélodrome von Roubaix. Die in den 1940er-Jahren gebauten Sanitäranlagen sind nach jedem Rennen Schauplatz ikonischer Fotos von erschöpften, staubbedeckten Radprofis. Jeder Sieger erhält dort ein Messingschild mit seinem Namen.

Degenkolb schwärmt: „Neben all diesen großen Namen einfach seinen eigenen Namen da zu sehen, ist schon etwas Besonderes.“ Elf Jahre nach seinem Triumph findet der Deutsche sein Schild noch immer zielsicher.

Übertragung und Besonderheiten

Das Rennen wird in Deutschland live im Ersten (ab 14.05 Uhr) und bei Eurosport (ab 10.30 Uhr) übertragen. Parallel findet zum ersten Mal am selben Tag die sechste Edition des Frauenrennens statt, die im Stream zu sehen sein wird.

Degenkolb fasst die Besonderheit von Paris-Roubaix treffend zusammen: „Man muss den perfekten Tag erwischen, man muss Glück haben, man muss die perfekten Beine haben, das Material muss halten, man muss im richtigen Moment am richtigen Ort sein – und das macht es so spannend.“

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