Trotz politischem Druck: NFL verteidigt Rooney-Regel zur Vielfalt
Die National Football League (NFL) wird ihre Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt im American Football trotz zunehmenden politischen Drucks in den Vereinigten Staaten nicht aufgeben. Das hat NFL-Commissioner Roger Goodell am Dienstag, Ortszeit, auf der jährlichen Ligasitzung deutlich gemacht. Seit der erneuten Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump stehen zahlreiche Programme, die Rassismus und Sexismus bekämpfen sollen, im Fokus konservativer Kritiker. In der NFL ist davon insbesondere die sogenannte Rooney-Regel betroffen, die seit 2003 existiert.
Goodell betont Werte und Rechtmäßigkeit
„Eine Sache, die sich nicht ändert, sind unsere Werte. Und wir glauben, dass Vielfalt für die National Football League von Vorteil ist“, erklärte Roger Goodell in seiner Stellungnahme. Der Commissioner zeigte sich bewusst über die aktuelle politische Lage: „Wir sind uns der Gesetze bewusst und wissen, wo sich diese ändern oder weiterentwickeln. Wir sind der Meinung, dass die Rooney-Regel mit diesen im Einklang steht.“ Goodell wies darauf hin, dass ähnliche Regelungen in vielen Branchen weltweit eingeführt wurden, um mehr Talente zu gewinnen und Chancengleichheit zu fördern.
Kritik aus Florida und Details der Regel
In der vergangenen Woche hatte Floridas oberster Staatsanwalt, James Uthmeier, die Rooney-Regel als „illegal“ bezeichnet. „Die NFL-Fans in Florida kümmert es nicht, welche Hautfarbe ihr Trainer hat“, argumentierte Uthmeier in seiner Kritik. Die Rooney-Regel verpflichtet die NFL-Franchises, bei der Besetzung von Positionen wie Cheftrainer oder General Manager mindestens zwei Kandidaten aus Minderheiten zu interviewen. Allerdings besteht keine Verpflichtung, einen bestimmten Kandidaten einzustellen – ein Punkt, den Goodell ebenfalls hervorhob.
Historischer Kontext und überregionale Bedeutung
Die Regel wurde im Jahr 2003 eingeführt und ist nach dem ehemaligen Besitzer der Pittsburgh Steelers, Dan Rooney, benannt. Sie zielt darauf ab, strukturelle Benachteiligungen im Profisport abzubauen und eine breitere Talentbasis zu erschließen. Goodell betonte, dass solche Maßnahmen „weit über den Football und die Vereinigten Staaten hinaus“ in verschiedenen Industrien Anwendung finden, um Inklusion und faire Chancen zu gewährleisten. Die Debatte um die Rooney-Regel spiegelt damit größere gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen in den USA wider, bei denen es um Gleichstellung und Antidiskriminierung geht.



