Holger Runes außergewöhnlicher Weg zurück auf den Tennisplatz
Wenn Holger Rune über den 18. Oktober 2025 spricht, dann wird die Stimme des 22-jährigen Tennis-Stars noch immer brüchig. An jenem verhängnisvollen Tag im Finale des ATP-Turniers in Stockholm riss sich der Däne die Achillessehne im linken Fuß – ein Schockmoment, der seine Karriere abrupt unterbrach. Die medizinischen Prognosen waren düster: Ärzte prophezeiten dem ehemaligen Weltranglisten-Vierten einen kompletten Ausfall der gesamten Saison 2026.
Das unerwartete Comeback am Rothenbaum
Doch gegen alle Erwartungen plant Rune nun sein spektakuläres Comeback. Bereits am Hamburger Rothenbaum, wo vom 16. bis 23. Mai das ATP500-Turnier mit einem Preisgeld von 2.219.670 Euro stattfindet, will der Däne seine Rückkehr auf die Tour feiern. „Die harte Arbeit beginnt in Hamburg“, erklärt der ehemalige Schützling von Boris Becker mit spürbarer Vorfreude. „Ich kann es kaum erwarten, auf Sand zurück zu sein und die einzigartige Atmosphäre vor Ort nach dieser langen Pause endlich wieder zu erleben.“
Für Rune ist das Turnier in der Hansestadt eine bewusste Entscheidung: Hier will er sein verletztes Bein unter Wettkampfbedingungen testen und vor den French Open in Paris dringend benötigte Match-Praxis sammeln. Derzeit befindet sich der einstige Top-Spieler auf Weltranglistenplatz 29 – eine Position, die er mit seinem Comeback deutlich verbessern möchte.
Reha unter Kriegsbedingungen in Katar
Runes Weg zurück auf den Platz war alles andere als konventionell. Nach der Operation in Kopenhagen stand er bereits an Heiligabend – noch mit Plastikschiene – wieder auf dem Court und schlug erste Bälle. Im Februar folgte der nächste Schritt: Rune flog für intensive Rehabilitationsmaßnahmen nach Katar, wo er im renommierten Aspetar-Zentrum am Persischen Golf trainierte.
Doch seine Rehabilitation fand unter außergewöhnlichen Umständen statt. Als der Krieg mit dem Iran ausbrach und draußen Drohnen flogen sowie Bomben fielen, verlegte Rune sein Programm aus Sicherheitsgründen zeitweise ins Hotel – ließ sich aber nicht von seinem Ziel abbringen. „Ich versuche, so schnell und so sicher wie möglich zurückzukommen“, betonte der Tennis-Profi während dieser turbulenten Phase. „Wenn ich stark genug bin, wenn ich fit genug bin und ich mich bereit fühle, was Tennis angeht, werde ich zurück sein.“
Im Aspetar-Zentrum, das bereits Stars wie Lionel Messi, Erling Haaland und Neymar betreut hat, zeigte Rune beeindruckende Disziplin. Seine Entschlossenheit beeindruckt auch Hamburgs Turnierdirektor Enric Molina: „Ich weiß, wie viel Arbeit Holger während dieser intensiven Rehabilitationsphase investiert hat, und wir fühlen uns sehr geehrt, dass er sich für Hamburg entschieden hat.“
Die besondere Atmosphäre am Rothenbaum
Molina ist überzeugt, dass Rune am Rothenbaum die perfekte Bühne für sein Comeback findet: „Ich bin sicher, dass er hier erneut die besondere Atmosphäre spüren wird – sowohl durch das Hamburger Publikum als auch durch die vielen dänischen Tennisfans, die extra nach Hamburg reisen werden.“
Für Holger Rune markiert das Turnier in Hamburg nicht nur den Beginn seiner Rückkehr auf die ATP-Tour, sondern auch den Abschluss einer bemerkenswerten Rehabilitationsgeschichte. Vom schmerzhaften Achillessehnenriss über die Operation bis hin zur Reha unter Kriegsbedingungen – der junge Däne hat alle Widrigkeiten überwunden und steht nun kurz davor, seinen Platz unter den Tennis-Elite zurückzuerobern.



