Volley Goats Halle: US-Sportler zwischen Sommerjobs und Rückkehrplänen
Volley Goats: US-Sportler zwischen Sommerjobs und Rückkehr

Volley Goats aus Halle: Nordamerikaner zwischen zwei Welten

Die Saison der cerebricks Volley Goats aus Halle ist mit einer 0:3-Niederlage gegen den SV Warnemünde und dem letzten Tabellenplatz in der Volleyball-Bundesliga zu Ende gegangen. Für die beiden nordamerikanischen Leistungsträger Clay Wieter und Dax Tompkins beginnt nun eine Phase des Übergangs. Beide 24-Jährige haben nach ihrem College-Abschluss im vergangenen Jahr ihre Heimatländer verlassen, um in Europa erstmals professionell Volleyball zu spielen. Doch was erwartet sie in der Sommerpause?

Herausfordernde Rückkehr und finanzielle Realitäten

Für Clay Wieter aus St. Louis, Missouri, stand nach dem Saisonfinale eine kurze Nacht und ein 18-stündiger Flug in die USA bevor. „Das wird sehr hart“, sagte der Außenangreifer vor seiner Abreise. Sein Teamkollege Dax Tompkins aus Kanada blieb bis Donnerstag in Deutschland und reiste dann über England, wo Teile seiner Familie leben, nach Kingston zurück. Anders als bei vielen Sportlern mit Saisonverträgen haben Wieter und Tompkins bei den Volley Goats Jahresverträge bis zum 30. Juni. Geschäftsführer Lukas Thielemann betonte: „Wir haben aus Gründen der Fairness den Spielern gegenüber ganz normale Jahresverträge.“ Dennoch stehen beide vor der finanziellen Herausforderung, da sie in ihren Heimatländern keine gestellten Wohnungen oder Autos haben.

Sommerjobs: Vom Trainer zum Handwerker

Um zusätzliche Einnahmen zu generieren, gehen Wieter und Tompkins unterschiedliche Wege. Clay Wieter, der nach dem Trainerwechsel zu Thielemann der wichtigste Offensivspieler der Goats war, arbeitet als Volleyballtrainer. „Ich gebe Privatstunden für Zwölf- bis 18-Jährige“, erklärte Wieter. „Mit Volleyball kenne ich mich einfach am besten aus, deshalb mache ich das.“ Bereits nach seinem College-Abschluss in Hawaii hatte er in einer Agentur als Trainer gearbeitet.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dax Tompkins wählt einen komplett anderen Pfad. Der Mittelblocker aus Tiverton in der Provinz Nova Scotia wird im Sommer als Handwerker tätig sein. „Ich habe in den vergangenen Jahren schon bei Renovierungen, Umzügen mitgemacht. Das hat Spaß gemacht, deshalb werde ich das wieder tun“, sagte Tompkins. Geschäftsführer Thielemann begrüßt diese Sommerjobs: „Ich glaube, es tut den Jungs gut, mal etwas ohne Volleyball zu machen.“

Ungewisse Zukunft: Rückkehr nach Halle möglich

Trotz der Sommerjobs bleiben Wieter und Tompkins dem Volleyball verbunden und bereiten sich auf die nächste Saison vor. Die Frage, ob sie zu den Volley Goats zurückkehren, ist noch offen. Der Klub möchte beide Spieler halten. „Wir sind in guten Gesprächen“, so Thielemann. Durch ihre überwiegend guten Leistungen haben sich die Nordamerikaner jedoch auch für andere europäische Vereine interessant gemacht. „Daher ist alles offen.“

Beide Athleten können sich eine Rückkehr nach Halle vorstellen. Dax Tompkins äußerte sich sogar positiv: „Ich will auf jeden Fall in Deutschland bleiben, mag die Menschen, die Kultur.“ Clay Wieter und Dax Tompkins verkörpern damit das typische Schicksal nordamerikanischer Profis in Deutschland, die zwischen sportlichen Ambitionen und finanziellen Notwendigkeiten wandeln.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration