Ilia Malinin: Vom Olympia-Tief zum WM-Gold - Triumph in Prag
Malinin: Vom Olympia-Tief zum WM-Gold in Prag

Ilia Malinin triumphiert bei Eiskunstlauf-WM in Prag

Befreit vom olympischen Druck brüllte Ilia Malinin seine ganze Erleichterung laut heraus. Der US-Superstar kletterte bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Prag mit seinem dritten WM-Titel in Serie aus dem tiefen Loch von den Winterspielen und zeigte ein bemerkenswertes Comeback. Der 21-Jährige läuft souverän zum Titel und lässt die Schmach von den Olympischen Spielen nicht nur sportlich hinter sich.

Vom Olympia-Blackout zum WM-Triumph

Bei Olympia in Italien war Malinin der tragische Held, als er nach einer vollkommen misslungenen Kür als haushoher Favorit vom ersten Rang nach dem Kurzprogramm noch auf den achten Platz abstürzte. Kaum jemand hatte eine Niederlage Malinins vor den Winterspielen für möglich gehalten - immerhin war er mehr als zwei Jahre lang ungeschlagen. Nach der überraschenden Niederlage kamen Selbstzweifel auf. Außerdem sprach das Wunderkind öffentlich über den immensen Druck und Hasskommentare in den sozialen Medien.

„Ich wollte einfach rausgehen, die Atmosphäre genießen und die Welt des Eiskunstlaufs erleben - und es war mir eigentlich egal, ob ich gewinne oder verliere“, sagte der 21-Jährige nach seinem Triumph in Prag. Diese Einstellung sollte sich beim Saisonabschluss in der tschechischen Hauptstadt als Erfolgsrezept herausstellen. Anders als bei Olympia konnte er dieses Mal der großen Favoritenrolle gerecht werden.

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Faszinierende Flugshow auf Kufen

Bei der WM bot Malinin den mehr als 15.300 Zuschauern in der Prager Arena eine faszinierende Flugshow auf Kufen. Dem Publikum war es auch egal, dass Malinin in der Kür neben seinem spektakulären Rückwärtssalto nur fünf statt der geplanten sieben Vierfachsprünge zeigte und für seine Verhältnisse fast schon eine Sicherheitskür präsentierte. Immerhin reichte die Vorstellung zum souveränen Sieg mit einem Vorsprung von fast 23 Punkten nach Kurzprogramm und Kür auf den zweitplatzierten Japaner Yuma Kagiyama.

Er selbst bezeichnet sich als „Vierfach-Gott“, weil er so viele Vierfachsprünge beherrscht wie kein anderer in der Gegenwart und auch in der Geschichte dieser Sportart. Auf die Frage, ob er bewusst auf den besonders anspruchsvollen vierfachen Axel verzichtete, wich Malinin aus: „Ich denke, eine bessere Antwort auf diese Frage ist: Das ist für mich die Zeit, mich zu entspannen und den letzten Wettkampf der Saison zu genießen.“

Neustart für die nächsten vier Jahre

Malinin betonte, dass es ihm bei der WM nach dem Olympia-Drama einfach nur um Spaß ging. „Genau das habe ich getan“, sagte der Ausnahmekönner. Er könne nun „einen Neustart für die nächsten vier Jahre“ angehen, äußerte Malinin mit Blick auf die Zeit bis zu den Olympischen Spielen 2030 in den französischen Alpen. Dort hat der US-Amerikaner dann noch eine Rechnung offen.

Auf die Frage, wie er mit den Erwartungen nun umgehe, sagte Malinin: „Ich formuliere es so: Denk manchmal an dich selbst. Das klingt vielleicht ein bisschen egoistisch, aber ich glaube, dass es in vielen Situationen gut ist, zu überlegen, was man selbst braucht.“

Erholung nach anstrengender Saison

Er sei erleichtert, dass die Saison „nach all den Höhen und Tiefen endlich vorbei ist“, betonte Malinin. Und er sei froh, jetzt „erst einmal eine Pause von Wettkampfprogrammen“ einzulegen. In den nächsten Wochen werde er an Eisshows teilnehmen und dann möglichst wenig ans Eiskunstlaufen denken - und sich anderen Dingen widmen.

„Oft höre ich Musik, schaue Videos auf YouTube, spiele Videospiele oder schlafe den ganzen Tag - einfach nicht Eislaufen“, äußerte der „Vierfach-Gott“. Malinin will in der kommenden Zeit „vielleicht ein bisschen egoistisch“ sein und sich auf seine persönlichen Bedürfnisse konzentrieren, bevor die Vorbereitungen auf die nächste große Saison beginnen.

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