Vater und Sohn entwickeln KI-Bier – und landen in Nvidia-Präsentation
Vater und Sohn entwickeln KI-Bier für Nvidia

Ein Rentner, ein Braukessel – und plötzlich klingelt das Handy mit einer Nummer aus Amerika. Ausgerechnet an einem Samstagnachmittag, kurz vor der Sportschau. Gerhard Erschwendner (69) denkt erst: „Soll ich da überhaupt rangehen?“ Am anderen Ende: ein Top-Manager von Nvidia, einem der mächtigsten KI-Konzerne weltweit. Wenig später taucht sein Bier plötzlich in der großen Präsentation von KI-Superstar und Nvidia-CEO Jensen Huang (63) auf – auf einer der wichtigsten Bühnen der Tech-Welt.

Die Entstehung des ersten KI-Biers

Die Geschichte dahinter: Vater und Sohn haben gemeinsam das erste KI-Bier gebaut. „Lobster Lager“ heißt der Sud, der in einer kleinen Brauerei in der Schweiz entsteht. Kein Hipster-Gag, sondern ein echtes Experiment: Klassische Braukunst trifft auf künstliche Intelligenz. Der Vater bringt das Handwerk mit, der Sohn die Tech-Welt.

Gerhard kam übers Hobby zum Bierbrauen – und blieb hängen. Seit Corona tüftelt er leidenschaftlich an Rezepten. Sohn Stefan ist Unternehmensberater, viel unterwegs zwischen Berlin, Wien und Silicon Valley. Früh hat er erkannt, was KI wirklich kann. Irgendwann dann die Frage: Warum nicht zusammen etwas bauen? Denn Stefan Erschwendner ist überzeugt: „KI kann mit Industrie und Handwerk Hand in Hand gehen und unsere Wirtschaft entscheidend voranbringen.“

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Wie der KI-Agent funktioniert

Die Idee: Ein KI-Agent soll nicht nur klug daherreden, sondern mitarbeiten. Und genau das passiert. Die Software sucht passende Rezepte aus tausenden Varianten, baut Website und Online-Shop – und hilft sogar beim Brauen selbst. Temperaturen, Abläufe, Timing: „Wenn der nächste Schritt ansteht, pfeift der Computer“, erzählt Gerhard.

Der große Unterschied zu Chatbots: Der Agent macht einfach. „Du sagst, was du willst – und er baut es“, erklärt Stefan Erschwendner. Dinge, für die man früher Programmierer gebraucht hätte, laufen plötzlich automatisch. „Mein Vater konnte keinen Online-Shop programmieren. Jetzt kann er’s.“

Der Weg zur Nvidia-Keynote

Über Kontakte in die KI-Szene landet das Projekt bei Entwickler-Größen, wird weitergereicht – bis es schließlich bei Nvidia auf dem Tisch liegt. Dort sucht man nach echten, greifbaren Beispielen für KI in der Praxis. Und findet: ein Bier. 30 Sekunden in der Keynote des Nvidia-Bosses reichen – und „Lobster Lager“ steht plötzlich neben den ganz großen Industrie-Cases. Für Gerhard ein surrealer Moment: „Ich sitze da im Zuschauersaal und sehe mein Bier auf der Leinwand. Da hab’ ich laut gerufen: ‚Das bin ich!!‘“

Kein Bier-Imperium, sondern ein Beweis

Dabei wollen die beiden gar kein Bier-Imperium aufbauen. Für den Vater ist es ein Herzensprojekt. Für den Sohn ein Beweis: „Es geht nicht darum, Dinge ein bisschen besser zu machen. Es geht darum, Dinge zu machen, die vorher unmöglich waren.“ Und das macht nicht nur KI – sondern die nächste Stufe: KI-Agenten. Investor Carsten Puschmann zu BILD: „Wenn du Agents einsetzt, hast du nicht 10 oder 20 Prozent mehr Effizienz – sondern das 10- bis 20-Fache an Output und Möglichkeiten. Wir haben in Deutschland das Wissen, die Daten und die Industrie – was uns fehlt, ist das Mindset. Wir müssen jetzt ins Machen kommen.“

Um die Möglichkeiten von KI zu nutzen, braucht es eben nicht immer ein Millionenbudget und kein Riesen-Team – manchmal reichen ein Braukessel, eine Idee und der Mut, es einfach zu probieren. Auch, wenn KI niemals alles kann. So lacht Gerhard: „Mein Job ist Pensionist – den kann die KI nicht ersetzen.“

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