Neustart für Icarus: Satelliten enthüllen Tiergeheimnisse
Neustart für Icarus: Satelliten enthüllen Tiergeheimnisse

Das ambitionierte Forschungsprojekt „Icarus“ erlebt einen Neustart. Nachdem der Ukrainekrieg das ursprüngliche Vorhaben jäh gestoppt hatte, wollen Wissenschaftler nun mit kleinen Satelliten die Geheimnisse der Tierwelt aus dem All entschlüsseln. Die Idee ist so einfach wie genial: Winzige Sender an Tieren sollen deren Bewegungen verfolgen und Daten sammeln, die per Satellit zur Erde gefunkt werden. So können Forscher Zugvögel auf ihren Routen verfolgen, das Verhalten von Wildtieren in abgelegenen Regionen studieren oder sogar die Ausbreitung von Krankheiten überwachen.

Ein Projekt mit Hindernissen

Das ursprüngliche Icarus-Projekt startete mit großen Hoffnungen. Geplant war, eine Antenne auf der Internationalen Raumstation (ISS) zu installieren, um Daten von Tiersendern zu empfangen. Doch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine machte diese Pläne zunichte. Die Zusammenarbeit mit russischen Partnern wurde eingestellt, die Antenne blieb ungenutzt. Monatelang stand das Projekt vor dem Aus. Doch die Forscher gaben nicht auf. Sie entwickelten eine neue Strategie: Statt auf die ISS zu setzen, wollen sie nun eine Konstellation kleiner Satelliten nutzen, die in niedrigen Erdumlaufbahnen kreisen. Diese sogenannten CubeSats sind deutlich günstiger und flexibler einsetzbar als große Satelliten oder die ISS.

Neue Technik, neue Chancen

Die kleinen Satelliten sind nur wenige Kilogramm schwer und können in Serie produziert werden. Sie sind mit speziellen Empfängern ausgestattet, die die Signale der Tiersender empfangen und zur Erde weiterleiten. Die Sender selbst sind ebenfalls weiterentwickelt worden: Sie sind kleiner, leichter und energiesparender, sodass sie auch an kleinen Vögeln oder Insekten angebracht werden können. Die gesammelten Daten sollen in Echtzeit ausgewertet werden, um ein besseres Verständnis für das Verhalten und die Wanderbewegungen von Tieren zu gewinnen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Das erneuerte Icarus-Projekt hat das Potenzial, die Tierforschung zu revolutionieren. Bislang waren solche Studien oft auf wenige Standorte oder kurze Zeiträume beschränkt. Mit den Satelliten können Forscher nun Tiere auf der ganzen Welt über Jahre hinweg verfolgen. Das eröffnet völlig neue Einblicke in die Ökologie und das Verhalten von Wildtieren. Zudem können die Daten helfen, Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten zu verbessern oder die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt zu untersuchen.

Ein ambitionierter Zeitplan

Die ersten Starts der neuen Satelliten sind für 2027 geplant. Schrittweise soll die Konstellation aufgebaut werden, bis schließlich ein globales Netzwerk entsteht. Die Forscher sind zuversichtlich, dass das Projekt diesmal erfolgreich sein wird. Die Technik ist ausgereift, die Finanzierung steht, und die politischen Hürden sind niedriger als beim ursprünglichen ISS-Projekt. Mit dem Neustart von Icarus könnte die Tierforschung in eine neue Ära eintreten – eine Ära, in der Satelliten die Geheimnisse der Tierwelt lüften.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration