Netflix setzt verstärkt auf KI in der Filmproduktion nach gescheiterter Warner-Übernahme
Netflix: Mehr KI in Filmproduktion nach Warner-Aus

Netflix intensiviert KI-Einsatz in der Film- und Serienproduktion

Der Streaming-Marktführer Netflix geht davon aus, bei der Produktion von Filmen und Serien künftig deutlich mehr Künstliche Intelligenz einzusetzen. Co-Chef Ted Sarandos betonte nach Vorlage der aktuellen Quartalszahlen, dass KI zwar nichts daran ändere, dass es großartige Künstler für großartige Kunst benötige. Allerdings könne die Technologie diesen Künstlern bessere Werkzeuge bieten, um ihre Visionen effizienter zu verwirklichen.

KI als Werkzeug für kreative Prozesse

Bereits heute setzt Netflix KI-Software unter anderem bei der Planung von Aufnahmen und für Spezialeffekte ein. Sarandos betonte jedoch, dass man dabei erst an der Oberfläche kratze und das volle Potenzial noch nicht ausgeschöpft habe. Anfang März hatte Netflix die von Hollywood-Star Ben Affleck gegründete Firma InterPositive gekauft, die sich auf KI-Werkzeuge für Filmemacher spezialisiert hat. Zusätzlich kommt Künstliche Intelligenz inzwischen auch bei den personalisierten Programm-Empfehlungen zum Einsatz, die Nutzer auf der Netflix-Plattform erhalten.

Der Einsatz von KI ist derzeit ein kontrovers diskutiertes Thema in Hollywood. Während Studios großes Potenzial für Kosteneinsparungen sehen, fürchten viele Kreative, dass Menschen nach und nach aus dem Geschäft gedrängt werden könnten. Netflix positioniert sich hier als Technologieunternehmen, das KI als unterstützendes Werkzeug versteht.

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Gescheiterte Warner-Übernahme und finanzielle Auswirkungen

Im vergangenen Quartal hatte Netflix die Entscheidung getroffen, den rund 83 Milliarden Dollar schweren Übernahmeplan für das Studio- und Streaming-Geschäft des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers aufzugeben. Grund war das höhere Gebot des Rivalen Paramount, der mehr als 110 Milliarden Dollar für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery samt Fernsehsendern wie CNN bot. Netflix zog sich aus dem Bieterkampf zurück, was Sarandos als Zeichen finanzieller Disziplin wertete.

An der Wall Street wurde der Verzicht auf die Warner-Übernahme zunächst positiv aufgenommen, da man eine erhebliche Entlastung der Netflix-Finanzen erwartete. Analysten rechneten für das laufende Quartal im Durchschnitt mit einer Gewinnprognose von 84 US-Cent pro Aktie. Netflix stellte jedoch lediglich 78 Cent Gewinn pro Aktie in Aussicht, was zu einem zeitweisen Kursrückgang von mehr als neun Prozent im nachbörslichen Handel führte.

Starke operative Leistung im Vorquartal

Das enttäuschende Ausblick stand im Kontrast zur starken operativen Leistung im vergangenen Vierteljahr. Netflix steigerte den Umsatz im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar (10,4 Milliarden Euro). Unterm Strich stieg der Gewinn um fast 83 Prozent auf 5,28 Milliarden Dollar. Pro Aktie gerechnet verdiente Netflix 1,23 Dollar und übertraf damit deutlich die durchschnittliche Analystenprognose von 76 Cent pro Aktie. Die Nutzerzahlen veröffentlicht Netflix inzwischen nur noch gelegentlich.

Wechsel im Verwaltungsrat

Bei der Vorlage der Quartalszahlen gab Netflix auch bekannt, dass Mitgründer und langjähriger Chef Reed Hastings den Verwaltungsrat verlassen wird. Der 65-Jährige wird sich bei Ablauf seines Mandats im Juni nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Vom Chefposten bei Netflix hatte sich Hastings bereits vor mehreren Jahren verabschiedet und bestimmte danach nur noch vom Aufsichtsgremium aus die Strategie mit. Sarandos betonte auf Nachfrage von Analysten, dass Hastings Abgang nicht auf Differenzen rund um die Warner-Übernahmepläne zurückzuführen sei.

Insgesamt zeigt sich Netflix trotz der gescheiterten Warner-Übernahme und der enttäuschenden Gewinnprognose zuversichtlich für die Zukunft. Der verstärkte Fokus auf KI-Technologien in der Produktion soll die kreativen Prozesse unterstützen und möglicherweise langfristig Effizienzgewinne bringen, während das Unternehmen weiterhin auf finanzielle Disziplin setzt.

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