OpenAI beendet Ära der KI-Videogenerierung: App Sora wird eingestellt
In einer überraschenden Ankündigung hat der ChatGPT-Entwickler OpenAI bekannt gegeben, seine innovative Video-App Sora vom Markt zu nehmen. Die KI-Anwendung, die erstmals 2024 vorgestellt wurde und große Aufmerksamkeit erregte, ermöglichte es Nutzern, durch einfache Sprachbefehle kurze Videos in Spielfilmqualität zu generieren.
Das plötzliche Ende einer vielversprechenden Technologie
»Wir verabschieden uns von Sora«, teilte das Entwicklerteam auf der Plattform X mit. Die Entscheidung sei enttäuschend für die Nutzergemeinschaft, und OpenAI werde bald Details zum Zeitplan sowie Anleitungen zur Sicherung bereits erstellter Videos veröffentlichen. Das Unternehmen gab keine konkreten Gründe für die Einstellung an, doch US-Medienberichte deuten auf verstärkten Wettbewerbsdruck durch Rivalen wie Anthropic und Google hin.
OpenAI-Chef Sam Altman kündigte intern an, alle Produkte einzustellen, die auf den Videomodellen des Unternehmens basieren. Davon betroffen sind neben der eigenständigen Sora-App auch die Videofunktion innerhalb von ChatGPT sowie die Entwicklerversion. Die für Apps zuständige Managerin Fidji Simo verwies auf Phasen der Experimente und Fokussierung in Unternehmen und betonte die Wichtigkeit, sich nicht ablenken zu lassen.
Von Sensation zu Kontroversen: Die wechselvolle Geschichte von Sora
Als OpenAI die Sora-App auf den Markt brachte, schien es, als könnte der Videogenerator künstliche Intelligenz zunehmend in den Alltag integrieren. Die App fungierte auch als Social-Media-Plattform, die in Anwendung und Benutzeroberfläche TikTok ähnelte, mit vertikalen Videos im Fokus. Die Hauptfunktion »Cameos« (später »Characters«) ermöglichte realistische Deepfakes von Nutzern selbst.
Doch schon bald zeigten sich die Schattenseiten der Technologie:
- In sozialen Netzwerken verbreiteten sich KI-Videos mit gewaltvollen und sexistischen Inhalten
- Deepfake-Videos von Persönlichkeiten wie Michael Jackson und Martin Luther King Jr. sorgten für Aufregung
- Die Familie von Martin Luther King Jr. beschwerte sich über »respektlose Darstellungen«
- Zelda Williams sprach sich gegen KI-Videos ihres verstorbenen Vaters Robin Williams aus
Folgen für Partnerschaften und die KI-Branche
Mit dem Aus für Sora ist auch der milliardenschwere Deal mit Disney hinfällig geworden. Das Unterhaltungsunternehmen hatte im Dezember angekündigt, eine Milliarde Dollar in OpenAI zu investieren und einen Lizenzvertrag abzuschließen, der es Sora ermöglichen sollte, Figuren aus Disney, Marvel, Pixar und Star Wars in KI-Videos zu zeigen. In einer Stellungnahme erklärte Disney, die Entscheidung von OpenAI zu respektieren und weiterhin mit KI-Plattformen zusammenarbeiten zu wollen.
Die Einstellung von Sora markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung von KI-generierten Videos und wirft Fragen zur Zukunft solcher Technologien auf, die zwischen Innovation und ethischen Herausforderungen balancieren müssen.



