Artemis 2: Historische Mondmission mit deutscher Technik gestartet
Artemis 2: Historische Mondmission gestartet

Artemis 2: Historischer Start zur Rückkehr des Menschen zum Mond

Ein spektakuläres Ereignis hat die Raumfahrtgeschichte geschrieben: Um 18.35 Uhr Ortszeit (00.35 Uhr MESZ) hob die Artemis 2-Mission der NASA vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sind damit wieder Menschen auf dem Weg zum Erdtrabanten. Tausende Zuschauer säumten Straßen und Strände, um den historischen Moment zu verfolgen, während eine fast volle Mondscheibe am Himmel als symbolträchtiges Ziel leuchtete.

Die vielfältigste Mond-Crew aller Zeiten

An Bord der Orion-Kapsel, getragen vom mächtigen SLS-Raketensystem, befinden sich vier Astronauten mit besonderen Lebensgeschichten. Kommandant Reid Wiseman (50) gab mit seinem Ausruf „Let’s go to the moon!“ den emotionalen Startton vor. Neben ihm fliegen Pilot Victor Glover (49), Missionsspezialistin Christina Koch (47) und der kanadische Physiker Jeremy Hansen (50).

Diese Besatzung markiert einen bedeutenden Schritt für die Vielfalt in der Raumfahrt. Christina Koch ist die erste Frau auf einer NASA-Mondmission, Victor Glover wird der erste nicht-weiße Mensch auf diesem Flug und Jeremy Hansen der erste Kanadier im Mondprogramm. „Es ist die Geschichte der Menschheit. Nicht schwarze Geschichte, nicht Frauengeschichte, sondern dass es Menschheitsgeschichte wird“, betonte Glover vor dem Start.

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Rekordflug ohne Landung

Die Mission ist auf etwa zehn Tage ausgelegt und folgt einem anspruchsvollen Flugprofil:

  • Nach dem Start verbleibt die Crew zunächst etwa 24 Stunden im Erdorbit zur Systemprüfung
  • Der Flug verläuft entlang einer Acht um Erde und Mond mit über 2,3 Millionen Kilometern Gesamtstrecke
  • Nach etwa vier Tagen erreichen die Astronauten die Mondpassage
  • Am weitesten Punkt entfernen sie sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde – rund 7.500 Kilometer hinter die Rückseite des Mondes

Dort könnten sie weiter von der Erde entfernt sein als jemals Menschen zuvor. Eine Landung ist bei dieser Mission nicht geplant. Stattdessen fliegt die Orion-Kapsel am Mond vorbei und kehrt auf einer sogenannten „Free-Return“-Bahn zurück, die vor allem durch die Schwerkraft von Erde und Mond angetrieben wird.

Deutsche Technologie an Bord

Das Artemis-Programm ist nicht nur ein amerikanisches Projekt. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (47) hob nach dem erfolgreichen Start hervor: „Technik ‚Made in Germany‘ ist integraler Bestandteil des Raumschiffs.“ Das European Service Module (ESM), dessen Endmontage in Deutschland erfolgt, sichert Energieversorgung und Antrieb für den Weg zum Mond.

Langfristig könnten auch deutsche Astronauten zum Mond fliegen. ESA-Chef Josef Aschbacher zeigte sich begeistert: „Die NASA wird wieder Geschichte schreiben. Das ist sehr aufregend für uns alle.“

Politisches Wettrennen und Zukunftsvisionen

Die Mission ist politisch hoch aufgeladen und Teil eines neuen Wettrennens im All. US-Präsident Donald Trump kommentierte vor dem Start: „Wir gewinnen im Weltraum, auf der Erde und überall dazwischen – wirtschaftlich, militärisch und jetzt auch über die Sterne hinaus.“ China plant, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen – die USA wollen schneller sein.

Künftig sollen nicht nur kurze Besuche folgen, sondern eine dauerhafte Präsenz mit Stationen, Robotern und internationaler Zusammenarbeit. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst sieht im Mond „unseren nächsten Begleiter“ und bezeichnet ihn als „achten Kontinent im Prinzip“. Er betont: „Wir können nicht nur Kriege führen hier auf der Erde, sondern wir können auch wieder was richtig Großartiges zusammen machen.“

Die Artemis 2-Crew wird während der Mission auch manuelle Steuerungen und kritische Manöver üben, etwa das Navigieren in unmittelbarer Nähe zur Raketenstufe. Die NASA will testen, ob die Besatzung im Notfall übernehmen kann. Offizielle Risikoangaben macht die Raumfahrtbehörde nicht – intern heißt es, die Erfolgschance liege „bei mehr als 50 Prozent“.

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