USA streichen Delcy Rodríguez von Sanktionsliste - Geschäftsführende Präsidentin Venezuelas profitiert von Lockerung
USA streichen Delcy Rodríguez von Sanktionsliste

USA erleichtern Sanktionsregime für Venezuelas geschäftsführende Präsidentin

Die Vereinigten Staaten haben die geschäftsführende Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, von ihrer Sanktionsliste gestrichen. Dies geht aus einer aktualisierten Auflistung des US-Finanzministeriums hervor, die am 2. April 2026 veröffentlicht wurde. Konkrete Gründe für die Entscheidung wurden zunächst nicht offiziell kommuniziert.

Schrittweise Lockerung der Sanktionspolitik

Die Streichung Rodríguez' von der Sanktionsliste erfolgt vor dem Hintergrund einer schrittweisen Lockerung der US-Sanktionen gegen Venezuela. Washington hatte zuletzt umfangreiche Geschäfte mit dem staatlichen Ölkonzern PdVSA wieder erlaubt und damit auf steigende Energiepreise sowie geopolitische Entwicklungen reagiert. Zudem hatten die USA kürzlich den Handel mit venezolanischem Gold wieder zugelassen.

Beide Länder hatten bereits die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen, nachdem US-Spezialkräfte den autoritär regierenden Staatschef Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores am 3. Januar 2026 in Caracas gefangen genommen und nach New York gebracht hatten. Rodríguez, die bisherige Vizepräsidentin, übernahm daraufhin die Amtsgeschäfte als geschäftsführende Präsidentin.

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Rodríguez als zentrale Ansprechpartnerin für Washington

Delcy Rodríguez gilt als zentrale Ansprechpartnerin der US-Regierung, insbesondere bei Verhandlungen über die Verwaltung der riesigen Ölvorkommen Venezuelas. Mehrere US-Minister haben sich bereits mit ihr in Venezuela getroffen, darunter Innenminister Doug Burgum am 4. März 2026.

„Rodríguez regiert nach dem Sturz von Nicolás Maduro in Venezuela – und sucht dabei den engen Kontakt zur US-Regierung“, heißt es in diplomatischen Kreisen. Die venezolanische Opposition, angeführt von Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado, betrachtet die Regierung unter Rodríguez jedoch als nicht legitim.

Politische Situation bleibt angespannt

Zwar wurden nach der Machtübernahme Rodríguez' eine Reihe von politischen Häftlingen entlassen, einen grundsätzlichen politischen Wandel leitete die autoritäre Führung des ölreichen südamerikanischen Landes aber nicht ein. Die Menschenrechtssituation bleibt angespannt, wie auch der Uno-Menschenrechtskommissar in einem aktuellen Bericht feststellte.

Maduro-Verfahren in den USA geht weiter

Derweil geht der Drogenprozess gegen Nicolás Maduro in den USA weiter. Richter Alvin Hellerstein lehnte Ende März 2026 in New York einen Antrag der Verteidigung auf Einstellung des Verfahrens ab. Maduros Anwälte hatten argumentiert, der verwehrte Zugriff auf venezolanische Staatsgelder zur Bezahlung der Verteidigung verletze das in der US-Verfassung verankerte Recht auf einen Anwalt freier Wahl.

Richter Hellerstein stellte die Begründung der Staatsanwaltschaft infrage, die die Blockade der Gelder mit Interessen der nationalen Sicherheit begründet hatte. „Maduro und Flores stellen keine weitere Bedrohung für die nationale Sicherheit dar“, so der Richter in seiner Entscheidung.

Maduro und Flores, die in beigefarbener Gefängniskleidung vor Gericht erschienen, werden unter anderem Verschwörung zum Narkoterrorismus und Drogenhandel vorgeworfen. Beide haben auf nicht schuldig plädiert.

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