Mondmission mit irdischen Herausforderungen: Bordtoilette bei Artemis 2 sorgt für unerwartete Panne
Der Start der historischen Mondmission Artemis 2 verlief am Mittwochabend (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida absolut perfekt. Doch kurz nachdem die Orion-Raumkapsel erfolgreich abgehoben war, stellte sich der vierköpfigen Besatzung ein überraschend irdisches Problem: Die Bordtoilette funktionierte nicht einwandfrei.
Warnleuchte und schnelle Problemlösung
Wie die NASA offiziell mitteilte, meldete die Crew kurz nach dem Start und vor einem geplanten Triebwerksmanöver das Aufblinken einer Warnleuchte im Zusammenhang mit dem Sanitärsystem. „Wir hatten ein Steuerungsproblem mit der Toilette“, erklärte der stellvertretende NASA-Administrator Amit Kshatriya in einer Pressekonferenz. Bodenkontrolle und Astronauten arbeiteten demnach eng zusammen, um das technische Problem zu identifizieren und zu beheben. Bereits nach kurzer Zeit funktionierte die Anlage wieder normal.
Technische Neuerung mit Tücken
Die Bordtoilette der Orion-Kapsel gilt als bedeutende technische Innovation in der Raumfahrt. Es handelt sich um das erste fest installierte WC bei einer Mission, die über die Erdumlaufbahn hinausfliegt. Bei den Apollo-Missionen vor mehr als fünf Jahrzehnten mussten Astronauten noch auf einfache Beutel zurückgreifen.
Das neue Universal Waste Management System bietet mehrere Verbesserungen:
- Es ist für männliche und weibliche Raumfahrer gleichermaßen ausgelegt
- Eine kleine Tür sorgt für Privatsphäre während der Benutzung
- Das System ermöglicht eine effiziente Abfallverarbeitung
Der kanadische Astronaut Jeremy Hansen beschrieb die Toilette in einem Vorab-Interview als „den einen Ort, an dem wir uns während der Mission für einen Moment wie allein fühlen können“. Allerdings wies seine US-Kollegin Christina Koch auf einen ungewöhnlichen Nachteil hin: Die Anlage arbeitet so laut, dass die Crew beim Gebrauch speziellen Gehörschutz tragen muss.
Historische Parallelen und Notfallpläne
Probleme mit Sanitäranlagen sind in der Raumfahrtgeschichte keine Seltenheit. Bereits bei Missionen zur Internationalen Raumstation ISS kam es mehrfach zu Ausfällen:
- Im Jahr 2021 mussten vier Astronauten mit einer Art Windel von der ISS zur Erde zurückkehren, da die Toilette ihres Crew Dragon nicht funktionierte
- Das aufwendige Kosmo-Klo der ISS selbst war bereits mehrfach defekt – obwohl es Urin zu Trinkwasser aufbereiten kann
Für solche Fälle halten Raumfahrtbehörden stets Notlösungen bereit, um die Sicherheit und den Komfort der Crew auch bei technischen Problemen zu gewährleisten.
Die Artemis 2-Mission im Überblick
Artemis 2 baut auf den umfangreichen Erfahrungen der unbemannten Vorgängermission Artemis 1 aus dem Jahr 2022 auf. Die aktuelle Besatzung besteht aus:
- US-Astronautin Christina Koch
- US-Astronaut Victor Glover
- US-Astronaut Reid Wiseman
- Kanadischer Raumfahrer Jeremy Hansen
Die vier Raumfahrer sollen etwa zehn Tage lang um den Mond herumfliegen, bevor die Orion-Kapsel planmäßig im Meer auf der Erde aufkommen wird. Trotz des kurzfristigen Toilettenproblems bewertet die NASA den Missionsverlauf insgesamt als erfolgreich und sieht keine Gefährdung der weiteren Planungen.



