Artemis-II-Rückkehr: 7,6 cm dünnes Hitzeschild entscheidet über Leben der Astronauten
Artemis-II: 7,6 cm Hitzeschild entscheidet über Astronauten-Leben

Kritischer Wiedereintritt: 7,6 Zentimeter entscheiden über das Schicksal der Artemis-II-Crew

Nach dem erfolgreichen Mondumflug der historischen Artemis-II-Mission steht für die vier Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Jeremy Hansen und Christina Koch nun die gefährlichste Phase bevor: die Rückkehr zur Erde. Die Orion-Raumkapsel hat sich 406.771 Kilometer von der Erde entfernt und muss nach zehn Tagen im All den heiklen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre meistern.

Minutiöser Countdown zur Landung im Pazifik

Rund 40 Minuten vor der geplanten Wasserung um 2.07 Uhr deutscher Zeit in der Nähe von San Diego beginnen die finalen Vorbereitungen. Zuerst wird das europäische Servicemodul ESM abgesprengt, das während der Mission für Antrieb, Strom und Treibstoff sorgte. Anschließend zündet die Orion ein Bremsmanöver im All, das sogenannte "Deorbit Burn", das sie auf Kollisionskurs mit der Erdatmosphäre bringt.

Kurz darauf rast die Raumkapsel mit atemberaubenden 40.000 Kilometern pro Stunde auf die Erde zu. Der eigentliche Wiedereintritt beginnt etwa um 1.50 Uhr in etwa 120 Kilometern Höhe und verwandelt die Orion in einen glühenden Feuerball.

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Extreme Belastung für das lebenswichtige Hitzeschild

Die Luftreibung erzeugt dabei Temperaturen von rund 2700 Grad Celsius, die durch die Kompression der Luft vor der Kapsel entstehen. Diese extreme Hitze muss das nur 4 bis 7,6 Zentimeter dünne Hitzeschild mit seinen 5 Metern Durchmesser absorbieren – eine der kritischsten Situationen der gesamten Mission.

Hier stellt sich die entscheidende Frage: Wird das Schutzschild dem enormen Druck standhalten? Während die NASA von der Zuverlässigkeit überzeugt ist, äußern mehrere Raumfahrtexperten berechtigte Zweifel an dieser lebenswichtigen Komponente.

Innovatives Skip-Entry-Manöver für präzise Steuerung

Die Orion stürzt jedoch nicht einfach durch die Atmosphäre. Stattdessen nutzt die NASA ein spezielles Verfahren namens "Skip Entry": Die Kapsel taucht zunächst in die Atmosphäre ein, wird dann leicht nach oben getragen und tritt anschließend ein zweites Mal ein. Dieses ausgeklügelte Manöver ermöglicht eine deutlich präzisere Steuerung und reduziert gleichzeitig die Belastung für Crew und Technik.

Finale Phase: Fallschirme und Wasserung

In etwa 10 Kilometern Höhe beginnt die letzte Etappe: Zuerst öffnen sich kleine Stabilisierungsfallschirme, kurz darauf folgen drei große Hauptfallschirme. Sie bremsen die Kapsel drastisch ab – von extremer Geschwindigkeit auf nur noch etwa 30 Kilometer pro Stunde. Vom Eintritt in die Atmosphäre bis zur Landung vergehen lediglich etwa 20 Minuten, doch diese kurze Zeitspanne entscheidet über Erfolg oder Scheitern.

Am Ende steht die Wasserung im Pazifik: Die Orion setzt senkrecht auf und bleibt schwimmfähig. Doch selbst dann ist die Mission noch nicht abgeschlossen.

Bergung durch Spezialkräfte der US Navy

Bereits kurz nach der Landung rücken Spezialkräfte der US Navy an. Taucher sichern die Kapsel im Wasser, anschließend wird sie auf ein Bergungsschiff gezogen. Erst dann wird die Luke geöffnet und die vier Astronauten werden geborgen. An Bord folgen umgehend erste medizinische Untersuchungen, bevor es zurück an Land geht.

Historische Mission mit wegweisender Bedeutung

Die Rückkehr markiert das Ende einer historischen Mission, stellt aber gleichzeitig den letzten großen Test dar: Nur wenn dieser komplexe Ablauf reibungslos funktioniert, ist der Weg frei für die nächste Phase – die Rückkehr von Menschen auf die Mondoberfläche. Die gesamte Raumfahrtgemeinschaft blickt gespannt auf diese kritischen Minuten, in denen 7,6 Zentimeter Material über das Schicksal der Crew entscheiden.

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