Neuer Job-Knall bei Opel: Über 650 Ingenieursstellen in Rüsselsheim gefährdet
Bei Opel steht ein weiterer dramatischer Stellenabbau bevor. Der Mutterkonzern Stellantis plant, im Entwicklungszentrum am Stammsitz Rüsselsheim in Hessen mehr als jede dritte Ingenieursposition zu streichen. Dies würde einen massiven Personalrückgang bedeuten, der jedoch erst nach Einigung mit dem Betriebsrat umgesetzt werden kann.
Dramatische Zahlen: Von 7000 auf nur noch 1000 Ingenieure
Die Entwicklung bei Opel zeigt einen kontinuierlichen Schrumpfkurs. Waren im Jahr 2017 noch rund 7000 Entwickler für den Autobauer tätig, so arbeiten aktuell in Rüsselsheim lediglich 1650 Ingenieure an der Entwicklung von Opel-Modellen. Nach den Plänen von Stellantis soll diese Zahl auf nur noch 1000 Beschäftigte reduziert werden.
Der Konzern, zu dem weltweit 14 Marken wie Peugeot, Citroën, Fiat und Chrysler gehören, hat den Betriebsrat über die geplanten Maßnahmen informiert. Es wird nun nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht, da das bis 2029 vereinbarte Ausstiegsprogramm für den geplanten Stellenabbau nicht ausreicht. Zusätzliche Abfindungsprogramme werden in Betracht gezogen.
Strategisches Bekenntnis zum Standort trotz Stellenabbau
Opel-Personalchef Ralph Wangemann (56) betonte das fortbestehende strategische Engagement für den Stammsitz in Rüsselsheim. Er verwies auf Investitionen in den neuen „Green Campus“ auf dem Opel-Gelände, wo neben Forschung, Entwicklung und Design auch die Verwaltung von Stellantis Deutschland angesiedelt werden soll.
Das neu strukturierte „Tech Center“ werde fest im Entwicklungsnetzwerk von Stellantis verankert bleiben. Die verbleibenden Ingenieure in Rüsselsheim sollen künftig Fahrzeuge von Opel und der baugleichen britischen Marke Vauxhall entwickeln. Konzernweit sind sie zudem für Bereiche wie Beleuchtung, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Fahrerassistenzsysteme und Batterieentwicklung verantwortlich.
Dialog mit dem Betriebsrat als Voraussetzung
In einer offiziellen Mitteilung betonte Stellantis: „Selbstverständlich werden organisatorische Maßnahmen erst umgesetzt, nachdem der Betriebsrat detailliert informiert und angehört wurde sowie ein konstruktiver Dialog mit dem Sozialpartner stattgefunden hat.“ Dies unterstreicht die Bedeutung einer sozialverträglichen Lösung für den geplanten Personalabbau.
Der geplante Stellenabbau markiert einen weiteren Schritt im Transformationsprozess des traditionsreichen Autobauers, der seit der Übernahme durch Stellantis kontinuierlich umstrukturiert wird. Die Auswirkungen auf den Standort Rüsselsheim und die regionale Wirtschaft bleiben abzuwarten.



